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Ärzteschaft

KV Hessen für direkte Abgabe von Antibiotika an Patienten

Dienstag, 15. Dezember 2020

/picture alliance, Zoonar, Robert Kneschke

Frankfurt am Main – Auch in Hessen sollten Ärzte orale Antibiotika direkt an kranke Patienten aushändi­gen dürfen. Dafür macht sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes stark. Dafür müssten die Krankenkassen die Vereinbarung zur Verordnung von Sprechstundenbedarf ändern.

„Orale Antibiotika müssen in Hessen endlich wieder im Notfall direkt vom Arzt an kranke Patienten ausgehändigt werden können, so wie es in anderen Bundesländern möglich ist und früher auch in Hessen möglich war. Die menschlich, sachlich und wirtschaftlich unverantwortliche Blockadehaltung der hessischen Kassen ist gerade in Coronazeiten nicht mehr hinnehmbar“, heißt es in einer Resolution der KV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung.

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Die Direktabgabe an Patienten ist laut der KV nötig, damit kranke Patienten eine indizierte Antibiotika­behandlung möglichst schnell beginnen können. Dies sei nicht nur krankheitsverkürzend, sondern teilweise auch lebensrettend.

Dürfe der Arzt das Antibiotikum nur verordnen, aber nicht aushändigen, sei das zum Beispiel bei Bewohnern von Pflegeheimen, nachts oder an Wochenenden oft mit längeren Wartezeiten bis Therapie­beginn verbunden, warnen die Delegierten der KV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung. Sie weisen daraufhin, dass die vielfach erhobene Behauptung, Ärzte hätten durch Vertreterbesuche genügend Arzneimittelmuster für Notfälle zur Verfügung „schlicht falsch“ sei.

Die Delegierten kritisieren, die oft um Tage verzögerte antibiotische Behandlung führe auch dazu, dass Patienten stationär aufgenommen werden müssten. Dies sei gerade in der jetzigen Situation fatal, in der Krankenhäuser und Intensivstationen mit Notfällen überfüllt seien, hieß es aus der KV-Vertreter­versammlung.

„Im Notfall müssen für die ersten ein bis zwei Tage Antibiotikatabletten vor Ort gelassen werden können“, lautet daher die konkrete Forderung der KV. Dies sei in anderen Regionen Deutschlands seit langem möglich, zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. © hil/aerzteblatt.de

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