szmtag S2k-Leitlinie zur Narbentherapie aktualisiert
NewsÄrzteschaftS2k-Leitlinie zur Narbentherapie aktualisiert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

S2k-Leitlinie zur Narbentherapie aktualisiert

Dienstag, 15. Dezember 2020

/blackday, stock.adobe.com

Berlin – Narben der Haut können mit Schmerzen, Juckreiz und Funktionsbeeinträchtigungen einherge­hen. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) hat für die entsprechende Einordung von Be­schwerden und deren Therapie jetzt ihre S2k-Leitlinie „Therapie pathologischer Narben“ aktualisiert. Die vorangegangene Auflage war im Jahr 2014 erschienen.

Nach jeder Verletzung setzt ein komplexer Reparaturmechanismus ein. Als Ergebnis der Wundheilung ent­steht bekanntlich eine Narbe. „Allerdings ist das Resultat ein faserreiches Ersatzgewebe, das gesun­der Haut unterlegen ist. Zudem leiden manche Patienten an Juckreiz, Schmerzen, den ästhetischen Ver­änderungen und sind eventuell in ihrer Bewegung eingeschränkt“, erklärte Peter Elsner, Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena und Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit der DDG.

Anzeige

„Es gibt bei Narben keine Behandlungsmethode der ersten Wahl, jedes Therapieziel muss individuell mit dem Patienten festgelegt werden“, ergänzte Uwe Paasch, Dermatologe an der Universität Leipzig und niedergelassener Hautarzt in Jesewitz. Die aktualisierte S2k-Leitlinie „Therapie pathologischer Narben (hypertrophe Narben und Keloide)“ bietet jetzt Unterstützung bei der Frage, welche Therapie Ärzte wäh­len sollten.

„Die wichtigsten Behandlungsoptionen bleiben: Die Injektion von Triamcinolon in Kristallsuspension und die Kryotherapie“, erläuterte Alexander Nast, Leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venero­logie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, und Leiter der DDG-Kommission für Quali­täts­sicherung in der Dermatologie.

Bei ersterer wird das synthetische Glukokortikoid Triamcinolon direkt in die Narbe gespritzt. Es reduziert exzessives Narbenwachstum, indem es die Kollagensynthese hemmt. Bei der Kryotherapie handelt es sich um eine Vereisung der Narbe mit flüssigem Stickstoff. Die Leitlinienautoren empfehlen, beides in Kombination anzuwenden.

Operative Maßnahmen sind laut der Leitlinie nur nach intensiver Abwägung und mit zusätzlicher An­schlussbehandlung empfehlenswert, beispielsweise in Kombination mit Bestrahlung, Druckbehandlung oder Triamcinoloninjektion.

Neu in der Leitlinie sind die Therapieoptionen Hyaluronidase, Kalziumkanalblocker und Plasma. Die Leitlinie gibt aufgrund der geringen Datenlage für diese Behandlungsoptionen keine Empfehlung für oder gegen die Anwendung. Die Autoren laden aber zu klinischen Studien ein und zeigen den Forschungsbedarf auf. Die Leitlinie wurde mit Mitteln der DDG erstellt. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER