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Coronapandemie verschärft Probleme psychisch Erkrankter

Mittwoch, 16. Dezember 2020

/picture alliance, Sina Schuldt

Ludwigshafen – Viele Psychiater und Psychotherapeuten in Deutschland rechnet damit, das psychische Erkrankungen wegen der Coronapandemie in den kommenden zwölf Monaten zunehmen oder sich verschärfen werden. Das geht aus der Studie „Psychische Gesundheit in der Krise“ der Pronova Betriebskrankenkasse (BKK) hervor, für die 154 Psychiater und Psychotherapeuten in Praxen und Kliniken befragt wurden.

Danach wirken sich soziale Isolation oder der eingeschränkte Kontakt zu Freunden, Kollegen und Familie aus Sicht von 88 Prozent der befragten Therapeuten negativ auf die Psyche ihrer Patienten aus. Vier von fünf Therapeuten erwarten zudem, dass Depressionen und depressive Verstimmungen zunehmen werden.

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Familiäre Konflikte, Homeoffice und Kinderbetreuung oder Homeschooling sind laut der Umfrage beson­dere Stressmomente: 80 Prozent der Befragten gaben an, dass räumliche Enge zu Hause und fehlende Rückzugsmöglichkeiten in Zeiten von Coronabeschränkungen erschwerend hinzukommen.

79 Prozent berichten, dass auch finanzielle Sorgen, Zukunftsängste und die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ihre Patienten belasten. 90 Prozent der Fachärzte und Therapeuten gehen davon aus, dass die psychischen Beschwerden in der Bevölkerung in den kommenden Wochen zunehmen werden.

„Problematisch wird es, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. In der dunklen Jahreszeit kann mangelndes Tageslicht auf die Stimmung schlagen. Beengte Wohnverhältnisse können sich stärker bemerkbar machen, wenn es draußen kalt ist und weniger Aktivitäten im Freien stattfinden. Und auch die Dauer der Krise bringt viele an den Rand ihrer psychischen Belastbarkeit“, sagte Patrizia Thamm, Psychologin bei der Pronova BKK.

Erschwerend komme hinzu, dass die therapeutischen Hilfsangebote nicht immer zum Zuge kommen. Nahezu alle befragten Therapeuten berichten von Patienten, die aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus seltener oder gar nicht mehr zur Behandlung gekommen sind. 72 Prozent der Befragten erwarten, dass dadurch psychische Probleme zusätzlich verschleppt werden. © hil/aerzteblatt.de

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