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Politik

Pflegebeauftragter: Heimbewohner nicht isolieren

Donnerstag, 17. Dezember 2020

/picture alliance, Marcel Kusch

Berlin – Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung hat flexiblere Lösungen für Besuche in Pflegehei­men angemahnt. Es dürfe nicht sein, dass die Bewohner der Einrichtungen wegen der anhaltenden Co­rona­pandemie isoliert würden, erklärte Andreas Westerfellhaus gestern in Berlin.

Dafür verwies der Pflegebeauftragte etwa auf die Besuchsregelungen in Bayern, die einen aktuellen ne­gativen Coronatest voraussetzten. Angehörige, die nicht über die nötigen finanziellen Mittel für Schnell­tests verfügten oder keine Testmöglichkeiten in erreichbarer Nähe hätten, würden so faktisch von Be­suchen in den Einrichtungen ausgeschlossen, kritisierte Westerfellhaus.

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Die Bundesregierung habe dafür gesorgt, dass pro Bewohner jeder stationären Pflegeeinrichtung die Kosten für jeweils 30 Coronaschnelltest im Monat übernommen würden, so Westerfellhaus. Auch das zusätzliche Personal, das die Tests abnimmt, werde bezahlt. Die Bundesländer müssten die Einrichtun­gen jetzt bei den Testungen unterstützen, forderte der Pflegebeauftragte.

Besuche in Pflegeheimen sind auch in Mecklenburg-Vorpommern von Montag (21. Dezember) an nur noch mit einem negativen Coronatest möglich. Der Schnelltest soll möglichst im Heim erfolgen, wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) gestern Abend nach einer Kabinettssitzung sagte.

Das Land habe 400.000 Schnelltests bestellt, um die Einrichtungen zu unterstützen. Die Bundeswehr sei gebeten, mit Personal zu helfen. Die Lieferung der Schnelltests werde Ende dieser Woche erwartet. Drese betonte, trotz der hohen Infektionszahlen und der besonderen Gefährdung älterer Menschen dürfe es nicht wie im Frühjahr zu einer Isolation von Pflegeheim-Bewohnern kommen.

Eine feste Besuchsperson darf den Angaben zufolge täglich ins Pflegeheim, solange das Infektionsniveau unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bleibt. Steigt der Sieben-Tage-Wert über 100, darf es Besuche noch dreimal pro Woche geben, bei einem Wert von über 200 nur noch einmal wöchentlich. Das Personal in Pflegeheimen muss von Montag an zweimal pro Woche getestet werden. © kna/dpa/aerzteblatt.de

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Mabued
am Freitag, 18. Dezember 2020, 09:09

mein-wille

In Pflegeheimen versterben zurzeit sehr viele Patienten nicht an SARS-CoV-2 sondern an Exsikkose. Eine extrem wichtige Aufgabe für Pflegekräfte ist das ständige Auffordern zum Trinken oder dieses anzureichen. Bei positiv getesteten Heimbewohnern reduziert das Pflegepersonal den Zimmerkontakt auf ein Minimum, kein helfender Angehöriger kommt vorbei, durch Personal-Quarantäne arbeiten viele Menschen in der Zwischenzeit auf Pflegestationen, die die Bewohner und ihre Trinkgewohnheiten nicht kennen.
Innerhalb von 24h sind diese Patienten oft bewußtlos und sterben auch sehr häufig – Medikamente verabreicht man oft noch in Massen vor dem Tod – diese bewirken bei Exsikkose eine weitere Schädigung der Nieren und so stirbt ein CoV-positiv getesteter Patient sehr schnell.
Vor 1 Woche habe ich in 12h bei fünf COVID-Positiven sehr alten Heimbewohnerinnen eine Leichenschau durchführen müssen. Alle waren exsikkiert, keine der Damen hatte vorher Husten, eine Patientin hatte Fieber, bei allen musste auf dem Leichenschauschein in der letzten Rubrik der Hinweis auf das Seuchengesetz angekreuzt werden. So sind in der Statistik fünf weitere COVID-Tote hinzugekommen.
Dank einer verbindlichen Patientenverfügung und immer mehr engagierten Bevollmächtigten, die auch mal eine palliativmedizinische Behandlung einfordern, erhalten zum Glück am Lebensende immer weniger Menschen eine Ernährungssonde.
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