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Wissenschaftler wollen mehr Bewegungs­möglichkeiten für Kinder

Donnerstag, 17. Dezember 2020

/LIGHTFIELD STUDIOS, stock.adobe.com

Bremen/Karlsruhe – Sport muss für Kinder und Jugendliche aus Sicht von Wissenschaftlern auch in der Coronakrise ausreichend möglich sein. Körperliche Aktivität sei für die Gesundheit und Entwicklung junger Menschen besonders wichtig, sagte Mirko Brandes vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen.

Bei einer Online-Vortragsrunde zu den Auswirkungen der Lockdowns auf das Bewegungsverhalten stellte er eine Untersuchung mit Befragungen in zehn Ländern vor, die zeigt, dass Sportmöglichkeiten für Kin­der und Jugendliche in der Coronapandemie deutlich zurückgegangen sind(Scientific Reports, 2020; DOI: 10.1038/s41598-020-78438-4). In Deutschland hatten 74 Prozent der befragten Kinder und Jugendli­chen demnach keinen Sportunterricht mehr.

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Um negative Folgen zu vermeiden, brauche es Angebote wie Bewegungshausaufgaben und Training per Online-Anleitung. Es müsse geprüft werden, ob Training im Freien etwa in Kleingruppen und mit Ab­stand möglich sei. Brandes verwies auf Untersuchungen in Slowenien, nach denen die Fitness der Kinder nach dem Lockdown dramatisch eingebrochen ist. Demnach waren die Koordinationsfähigkeit und die Ausdauerleistungsfähigkeit besonders betroffen.

Die Entwicklung motorischer Fähigkeiten sei äußerst wichtig, dies müsse auch während der Corona­pan­demie berücksichtigt werden. Bewegung wirke sich nachweislich positiv auf die Gesundheit aus und sei für die psychische und soziale Entwicklung von Kindern besonders wichtig. „Das Bewegungsverhalten verfestigt sich in der Kindheit und Jugend“, so der Wissenschaftler. Die Einschränkungen durch die Co­ronamaßnahmen in einer wichtigen Entwicklungsphase könnten Auswirkungen auf das gesamte Leben haben.

Nach einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe haben sich Kinder und Jugendliche während des Coronalockdowns im Frühjahr im Schnitt täglich rund 36 Minuten länger bewegt – aber auch eine Stunde mehr am Bildschirm verbracht.

„Am besten durch die Krise gekommen sind Einfamilienhäuser mit Garten – wenn man es unter einer Bewegungsperspektive sieht“, sagte Studienleiter Alexander Woll. Kinder in Hochhäusern haben es in der Pandemie demnach besonders schwer. Für Innenstadtkinder gebe oft zu wenig Raum und Möglichkeiten, aktiv zu sein.

Dem Wissenschaftler zufolge hat sich die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen durch Corona verän­dert. Der organisierte Sport durch Schule und Vereine sei plötzlich weggefallen. Zwar hätten die Kinder im Frühjahr deshalb mehr selbstständig draußen gespielt, dies habe aber nicht die gleiche Intensität wie ein Training im Verein. Und für positive Effekte wie Fitnesssteigerung und Stressvorbeu­gung brauche es eine gewisse Intensität.

Für den derzeitigen Lockdown befürchtet der Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft, dass die Inaktivität bei jungen Menschen zunimmt. Gerade in der dunklen Jahreszeit falle es schwer, sich selbstständig Alltagsbewegung zu suchen.

Aber: „In jeder Krise steckt eine Chance“, sagte er mit der Hoffnung, dass die gesellschaftliche Bedeutung von Sport bewusster werde. „Wir brauchen nicht nur einen Bildungspakt für Digitalisierung, sondern ge­nauso wichtig ist ein Pakt für mehr Bewegung.“ Mit Online-Sportangeboten könnten vielleicht sogar neue Zielgruppen erreicht werden, so Woll.

Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat regelmäßige Bewegung viele positive Effek­te. Demnach hilft sie Krankheiten vorzubeugen, kann Symptome von Depression und Angst mildern und das Gedächtnis verbessern. Für Kinder und Jugendliche empfiehlt die WHO täglich 60 Minuten Bewe­gung. © dpa/aerzteblatt.de

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Andre B.
am Donnerstag, 31. Dezember 2020, 18:37

Longitudinaler Anstieg von Depressionssymptomen bei Kindern während der COVID-19-Lockdowns

Dazu aus der Studienzusammenfassung der MRC Cognition and Brain Sciences Unit, University of Cambridge, Cambridge, UK:


>>> https://adc.bmj.com/content/early/2020/11/26/archdischild-2020-320372
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