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Politik

G-BA passt Anforderungen an Pflegekräfte in fünf spezialisierten Bereichen an

Montag, 21. Dezember 2020

/dpa

Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat mehrere Richtlinien für komplexe Versorgungs­situationen in Hinblick auf Personalanforderungen in der Pflege aktualisiert. In den Bereichen Kinder­onkologie, Kinderherzchirurgie, Eingriffen wegen Bauchaortenaneurysma, minimalinvasiven Herz­klappen­­interventionen sowie bei der Versorgung von Früh- und Reifegeborenen wurden die Vorgaben entsprech­end dem Gesetz über die Pflegeberufe vereinheitlicht.

Das Gesetz wurde 2017 veröffentlicht, seit 2020 gelten neue Ausbildungswege. Laut neuer Ausbildungs­verordnung werden die angehenden Pflegefachkräfte zunächst eine zweijährige generalitische Ausbil­dung absolvieren und können im dritten Jahr einen Vertiefungsbereich wählen. Die Generalistik in der Pflege war lange Zeit zwischen Verbänden und in der Gesundheitspolitik umstritten. Der G-BA musste nun die Richtlinien anpassen, die die notwendige Mindestpersonalstärke sowie Quali­fikationen auf den Stationen festschreibt.

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In der Debatte im Plenum, an der die Vertre­ter der Bänke und die Unparteiischen größtenteils per Vide­oschalte teilnahmen, betonte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsit­zen­de des GKV-Spitzenverbandes, dass der Unterausschuss in seinem Arbeitsauftrag die Prüfung hatte, ob die neuen Abschlüsse dem in den Richt­linien geforderten Qualifikationsniveau entsprechen. Dabei betonte sie, die Ausbildungsreform der Pfle­geberufe wolle man nicht unterlaufen. „Wir finden aber, dass es Zusatzqualifikationen auf den besonde­ren Stationen benötigt, da reicht eine Vertiefung im Be­reich Kinder nicht aus“, so Pfeiffer.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sah dies anders: „Wir sehen mit dem Vorhaben den Grund­gedanken der Generalistik wieder nach hinten geschoben“, so DKG-Hauptge­schäfts­führer Georg Baum. „Wir haben ja beobachtet, mit welcher Schwierigkeit die Politik mit der Generalistik hatte.“ Daher dürfe man diese Einigungen nicht mit Beschlüssen des G-BA gefährden.

„Wenn wir jetzt in den Richtlinien fordern, dass jemand nur in diesen Bereichen arbeiten darf, der eine generalistische Ausbildung hat, plus eine Vertiefung für Kinderpflege und zusätzlich den Abschluss Kin­derkrankenpfleger nach alter Norm absolvieren muss, dann stellen wir hier Forderungen auf, die völlig diffus sind.“ Er warnte auch vor der Verknappung von Fachkräften durch die geplanten Richtlinien­anpas­sung.

Der Unparteiische Josef Hecken, der bei der Plenumssitzung gemeinsam mit einigen Mitarbeitern der Ge­schäftsstelle im Raum anwesend war, erklärte, dass es besonders bei der Richtlinie für Kinderonkolo­gie, Frühchen- und Kinderherzchirurgie um Versorgung gehe, „bei den wir auch in der Vergangenheit be­sondere Anforderungen gestellt haben.“

Daher sei Hecken irritiert, dass die DKG hier nun noch einmal über die Berufsrichtlinien und weitere Aus­nahmeregelungen diskutieren wolle. Auch hätte er sich eine differenziertere Positionierung der Bundes­länder gewünscht, die bei den Beschlüssen mitberaten haben, ihr Votum aber per E-Mail rund eine Stun­de vor Sitzungsbeginn mitgeteilt hatten.

In weiteren Briefen, die das Gremium laut Hecken erreicht hatten, hätten die Länder darauf gedrängt, dass der G-BA den Generalisten in der Pflege einen entsprechenden Stellenwert in den Richtlinien ein­räumen sollte. In der weiteren Diskussion wurde von den Vertretern der Patienten sowie auch die Vor­sitzende des Unterausschusses, Elisabeth Pott, mehrfach darauf hingewiesen, dass besonders auch die Pflegeschulen ein klares Signal bräuchten, ob die neuen vertieften Ausbildungsinhalte im dritten Jahr angeboten werden.

„Wir haben alle ein Interesse daran, dass in den Schulen die Ausbildung gut verlaufen kann und senken nicht das Qualifikationsniveau ab“, so Pott. Bereits im Unterausschuss wurde über die Qualifikationen in­tensiv gerungen, die auch in einer „sehr guten“ Synopse zusammen getragen wurde, wie die Patienten­vertreter berichteten. Das Dokument ist allerdings noch nicht öffentlich.

In der folgenden Abstimmung der fünf Vorlagen, die teilweise zwischen 28 und 93 dissente Punkte ent­hielten, stimmten die Patientenvertreter, der GKV-Spitzenverband sowie alle drei Unparteiischen für ent­sprechende Anpassungen der Pflegekräfte bei der Kinderherzchirurgie. Die DKG sowie die Länder waren dagegen.

Bei den Früh- und Reifegeborenen gab es das gleiche Abstimmungsergebnis. Bei der Richtlinie zu Ein­griffen zum Bauchaortenaneurysma sowie der Richtlinie zur minimalinvasiven Herzklappeninterven­tio­nen verständigte sich das Gremium darauf, dass eine fünfjährige Berufserfahrung nicht die Fachweiter­bil­dung in den entsprechenden Bereichen ersetzen kann. Hier hatten die Länder, die DKG sowie Pott für solch eine Regelung gestimmt, alle anderen dagegen. Insgesamt wurden alle fünf Vorlagen mit unterschiedlichen Mehrheitsverhältnissen angenommen. © bee/aerzteblatt.de

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Avatar #104741
urgestein
am Dienstag, 22. Dezember 2020, 10:07

Schildbürger machen Gesundheitspolitik

Fragt man Ärzte aus Kinderkliniken in England, Schweden oder den Niederlanden, so blicken sie neidisch nach Deutschland, da es dort eine spezielle Kinderkrankenpflegeausbildung gibt. Statt im Rahmen der EU-Harmonisierung, und nur darum geht es, in allen Ländern eine Kinderkrankenpflegeausbildung einzuführen, wird sie lieber auch in Deutschland abgeschafft. Ind die deutsche Krankenhausgesellschaft unterstützt das auch noch.
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