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Politik

Staat soll sich bei Suizidbeihilfe raushalten

Freitag, 18. Dezember 2020

/picture alliance, Christophe Gateau

Berlin – Wenn unheilbar Kranke sterben möchten, sollte sich der Staat nach Auffassung von Bundesge­sund­heits­minister Jens Spahn (CDU) heraushalten.

Der Staat könne sich nicht in die Frage einmischen, ob ein Mensch sein Leben als lebenswert empfinde, sagte der CDU-Politiker dem Focus in der morgigen Ausgabe. Umgekehrt dürfe er aber auch nicht die Mittel zum Suizid zuteilen.

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„Ich nehme das Leid, die Angst und die Sorgen von unheilbar kranken Menschen sehr ernst und verstehe deren Wunsch zu sterben“, sagte der Minister. Ob ein Mensch sterben dürfe oder nicht, sollte nicht der Staat entscheiden.

„Das können nur die Betroffenen selbst“, sagte Spahn. Zusammen mit einem Arzt des Vertrauens, das sei nach dem Urteil des Bundesverfas­sungsgerichts einfacher möglich als zuvor.

Umgekehrt heiße das aber auch: „Bei der Sterbehilfe sollte der Staat nicht gleichermaßen den Tod zu­teilen. Denn sonst kommen wir schnell auf eine schiefe Bahn.“

Spahn bezog sich damit auf Anträge von Suizid­willigen an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Me­dizinprodukte (BfArM) in Bonn, Natriumpentobarbital zur Verfügung zu stellen. Das Bundesinstitut hatte diese Anträge auf Anweisung von Spahn stets zurückge­wiesen. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 9. Februar 2021, 20:56

Spahns selektiver Katholizismus

führt dazu, dass er sich über ein Urteil des BVG hinwehsetzt, das Sterbewilligen einen Anspruch auf ein Erwerb eines tödlich wirkenden Medikaments zuspricht. In anderer Hinsicht nimmt er die Gebote "seiner" Kirche nicht so ernst - aber da ist er ja auch selbst betroffen.
Sich hinter "christlicher Ethik" zu verstecken, ist eines Ressortchefs unwürdig!
Die Behördenauffassung, dass eine Heilbehandlung nicht den Tod des Patienten erfassen könne und deshalb kein Grund für die Anwendung eines BtM bestehe, ist an den Haaren herbeigezogen.
Sobald selbst betroffen, wird die "ethische Rechtfertigung" der Willkür gegenüber Sterbewilligen sehr rasch aufgegeben - siehe den EKD-Vorsitzenden Bedford-Strohm, der sich seiner Frau dann doch mehr verpflichtet fühlte als seinem angeblichen Ethos!
Avatar #870806
denker2
am Dienstag, 9. Februar 2021, 15:10

Es ist die Pflicht des Staates die Menschenwürde zu schützen.

Gemäß Art. 1 Abs. 1 des Grundgesetzes ist es allerdings die Pflicht des Staats die Menschenwürde zu schützen.
Meiner Meinung nach verstößt der Staat allerdings dieser Pflicht in dem er Menschen, die sich einen würdigen Tod mit dem Mittel Natrium-Pentobarbital wünschen eben genau eine Möglichkeit für einen würdigen Tod verwehrt. Stattdessen verletzt er durch seine Weigerung die Würde und beschert den Betroffenen vermeidbares Leid und Qualen. Zwar gibt es mittlerweile die Möglichkeit sich an Sterbehilfevereine zu wenden. Allerdings möchte das auch nicht jeder und manche der den Sterbehilfevereinen zur Verfügung stehenden Mitteln entsprechen auch nicht unbedingt den eigenen Vorstellungen eines Würdigen Todes.
Wer möchte denn schon mit einer Plastiktüte über dem Kopf, mit angeschlossener Stickstoffflasche, sterben?
Avatar #584998
luxlynx
am Samstag, 19. Dezember 2020, 07:27

Staat soll sich bei Suizidbeihilfe raushalten

Der Staat hält sich aber nicht raus:
„Spahn bezog sich damit auf Anträge von Suizid­willigen an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Me­dizinprodukte (BfArM) in Bonn, Natriumpentobarbital zur Verfügung zu stellen. Das Bundesinstitut hatte diese Anträge auf Anweisung von Spahn stets zurückge­wiesen.“
Avatar #584998
luxlynx
am Samstag, 19. Dezember 2020, 07:27

Staat soll sich bei Suizidbeihilfe raushalten

Der Staat hält sich aber nicht raus:
„Spahn bezog sich damit auf Anträge von Suizid­willigen an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Me­dizinprodukte (BfArM) in Bonn, Natriumpentobarbital zur Verfügung zu stellen. Das Bundesinstitut hatte diese Anträge auf Anweisung von Spahn stets zurückge­wiesen.“
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