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Charité will Betrieb ab Montag auf „reines Notfallprogramm“ reduzieren

Freitag, 18. Dezember 2020

/picture alliance, Christophe Gateau

Berlin – Wegen eines erwarteten weiteren Anstiegs an COVID-19-Patienten schränkt Berlins Universi­tätsklinikum Charité den Betrieb in anderen Bereichen ab Montag ein.

„Während wir bislang mit eher mäßigen Einschränkungen der klinischen Versorgung ausgekommen sind, [...] müssen wir nun zunächst in den kommenden 14 Tagen unsere Aktivitäten auf ein reines Notfallpro­gramm reduzieren“, sagte der Vorstand Krankenversorgung, Ulrich Frei, gestern Abend.

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„Wir befinden uns nach wie vor in einer ungewöhnlich schweren Krise, wie wir sie noch nicht erlebt ha­ben. Wir haben noch schwere Wochen vor uns.“

Das Zurückfahren des Betriebs auf ein Notfallprogramm über Weihnachten und den Jahreswechsel be­deu­tet nach Freis Worten, dass es zunächst keine planbaren Eingriffe mehr geben wird und dass die Bettenbelegung um mindestens weitere 300 Betten reduziert wird. Notfälle werden nach Klinikangaben weiterhin behandelt und Tumoroperationen durchgeführt. Es gebe keine Einschränkungen für die Rettungsstellen.

Zur Begründung erklärte Frei: „Ein wichtiger Grund ist, dass wir nicht umhin kommen, unsere COVID-Intensivkapazität weiter zu steigern, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.“ Das sei nur möglich, wenn weitere Betten in der stationären Pflege geschlossen oder zusammengelegt werden, um Personal umverteilen zu können. Fehlendes Pflegepersonal gilt derzeit in der Pandemie bundesweit als ein Kernproblem.

Frei betonte, dass Ärzte und Pflegekräfte der Charité „nicht nur in der Intensität, sondern auch in der an­haltenden Dauer Ungewöhnliches“ leisteten. Frei zufolge waren in der vergangenen Woche in der Chari­té noch viele Betten mit Patienten mit anderen Erkrankungen als COVID-19 belegt.

Über das Zurückfahren des Betriebs seien die Klinikdirektoren gestern informiert worden. Nach einer Verordnung der Gesundheitsverwaltung waren viele große Berliner Krankenhäuser bereits seit Anfang November zum Verschieben der sogenannten elektiven Eingriffe angehalten.

Vorgestern bat Brandenburg Berlin um Hilfe, weil manche Kliniken dort in der Coronakrise an Grenzen stoßen. Die Hauptstadt zeigte sich bereit: „Ich bin mit Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ursula Nonnemacher im Gespräch“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) der Berliner Morgenpost. „Es geht um Patien­ten auf Normalstationen, besonders auch um COVID-Patienten. (...) Wir haben in Berlin rund 2.300 Bet­ten auf Normalstationen frei.“

Die Zahl der freien Intensivbetten in Berlin liegt laut dem Intensivregister der Interdisziplinären Verei­nigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) bei 124, belegt sind 1015 (davon 376 COVID-Fälle). Zu­sätzlich könnten innerhalb von sieben Tagen 386 weitere aufgestellt werden.

Die Charité mit ihren drei Standorten in der Hauptstadt übernimmt vor allem die schweren COVID-19-Fälle, versorgt aber auch Betroffene auf Normalstationen. Sie ist Europas größte Uniklinik. Sie hatte nach eigenen Angaben zuletzt auch die Option der Verlegung von Patienten in andere Bundesländer geprüft und entsprechende Gespräche geführt. © dpa/aerzteblatt.de

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