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Ärzteschaft

Urologen kritisieren G-BA-Entscheidung gegen Prostatakrebs­früherkennung mittels PSA-Test

Freitag, 18. Dezember 2020

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Berlin/Düsseldorf – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie hat die gestern veröffentlichte Entscheidung des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) kritisiert, die Bestimmung des PSA-Wertes nicht als Kas­sen­leistung in die Prostatakrebsfrüherkennung aufzunehmen. Dies sei „ein großer Rückschlag bei der Früherkennung des häufigsten Malignoms des Mannes“, heißt es in einer Stellungnahme.

In einer jahrzehntelangen kontrovers geführten Debatte um die Bestimmung des prostataspezifisches Antigens (PSA) hatte sich die Fachgesellschaft stringent für den PSA-Test als unverzichtbaren Baustein der Prostatakrebs-Früherkennung ausgesprochen.

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In der S3-Leitlinie „Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzi­noms“ heißt es, dass Männern, die nach der Aufklärung eine Früherkennungsuntersuchung wünschen, das Bestimmen des PSA-Wertes als Untersuchungsmethode angeboten werden soll.

Dass der G-BA diese Position ignoriert habe, halte die DGU für eine folgenschwere Fehlentscheidung zum Nachteil der Patienten. Denn künftig werde die gesetzlich geregelte Früherkennung des Prostata­karzinoms weiterhin ausschließlich über die digital-rektale Untersuchung erfolgen –im Widerspruch zu den Empfehlungen einer großen wissenschaftlichen Allianz, so DGU-Generalsekretär und Sprecher des Vorstands, Maurice Stephan Michel.

„Damit wurde eine bisher einmalige Chance vertan, die Prostatakrebs-Früherkennung nach dem Stand zeitgemäßer Diagnostik zu verbessern“, ergänzte er. Auch mit Blick auf das lange etablierte Mammo­gra­fiescreening der Frau werde eine gesundheitspolitisch unausgewogene Versorgung der Geschlechter fortgesetzt.

Die Urologen weisen in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass der medizinische Nutzen des risikoadap­tiert eingesetzten PSA-Tests als Baustein der Prostatakarzinom-Früherkennung unbestritten bleibe. Da­ran ändere auch die Entscheidung des G-BA gegen die Erstattungsfähigkeit des PSA-Tests in der gesetzli­chen Kran­ken­ver­siche­rung nichts. © nec/aerzteblatt.de

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Avatar #107994
Adolar
am Freitag, 18. Dezember 2020, 21:17

Ergebnis normaler Wahrscheinlichkeitsrechnung

Die Männer sterben i.d.R. eben nicht an Prostatakrebs, deswegen ist es sinnlos, dort viel zu untersuchen. Wieder was gespart. Da buttert man lieber in die Lungenkrebsbehandlung und sonstige Folgen des Rauchens endlos hinein, statt den Tabakkonsum endlich Richtung Null zu bringen. Aber Geschäft ist halt stärker, auch die Steuereinnahmen und die "Arbeitsplätze!!!!".
Gilt auch für die unglaubliche Sauferei überall, insbesondere zum "Fest".
Avatar #656364
merian1756
am Freitag, 18. Dezember 2020, 19:29

G-BA-Entscheidung zeigt Begrenztheit der GKV-Leistungen

Natürlich ist die G-BA-Entscheidung aus Sicht der Kassenpatienten bedauerlich und aus Sicht der Urologen geradezu kunstfehlerhaft. Aber hier zeigt sich einmal mehr der sehr begrenzte Leistungsumfang der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung gerade im Bereich der Krankheits-Früherkennung.
Die Inanspruchnahme des PSA-Tests setzt einen aufgeklärten Patienten voraus, der bereit ist, sich den differenzierten Konsequenzen eines auffälligen Testergebnisses zu stellen - von der Active Surveillance und dem Watchful Waiting bis hin zu aktiverem Vorgehen. Eine derart differenziertes Raster ist der auf Massen-Screening angelegten GKV wesensfremd. Daher ist und bleibt der PSA-Test eine der wichtigsten IGeL-Optionen für Kassenpatienten.
Das Verständnis für die G-BA-Entscheidung hört allerdings dort auf, wo nassforsche Politiker und Kassenfunktionäre aus dieser Entscheidung schlussfolgern, dass zur Vertuschung des begrenzten Leistungsangebots der GKV nunmehr auch dem vorsorgebewussten Kassenpatienten per gesetzlichem Verbot die Möglichkeit genommen werden sollte, einen privaten PSA-Test in Anspruch zu nehmen. Das wäre nicht nur grundrechtswidrig sondern schlichtweg kriminell.
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