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Ärzteschaft

KBV kritisiert Pläne des Gesetzgebers zur Qualitätssicherung als unverhältnismäßig

Freitag, 18. Dezember 2020

Thomas Kriedel /Georg J. Lopata

Berlin – Die aktuellen Pläne des Gesetzgebers zur Qualitätssicherung sind aus Sicht der Kassenärztli­chen Bundesvereinigung (KBV) unverhältnismäßig. „Qualitätssicherung ist natürlich notwendig, aber da wird von den Praxen etwas gefordert, was sie überfordert“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel in einem Video-Interview.

Die Pläne zur vergleichenden Veröffentlichung von Qualitätsdaten sind Teil des Gesetzes zur Weiterent­wicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG), welches das Bundeskabinett Mitte Dezember beschlossen hat. Im nächsten Schritt soll das Gesetz am 12. Februar im Bundesrat beraten werden.

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Darin ist unter anderem vorgesehen, dass der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) „einheitliche Anfor­de­rungen für die Information der Öffentlichkeit zum Zweck der Erhöhung der Transparenz und der Quali­tät der Versorgung insbesondere durch einrichtungsbezogene Vergleiche“ festlegen soll.

Dazu sollen Kennzahlen zur Qualität von Praxen und von Krankenhäusern veröffentlicht werden, um Pa­tienten eine bessere Entscheidung bei der Auswahl einer Einrichtung zu ermöglichen, beispielsweise vor einem ambulanten Eingriff.

Eine Vergleichbarkeit von Praxen mit Krankenhäusern ist laut Kriedel methodisch sowie aufgrund der un­­terschiedlichen Rahmenbedingungen allerdings schwierig und berge die Gefahr von Fehlinterpretatio­nen. Zudem hätten große Krankenhäuser eigene Abteilungen für die Datenerfassung und -auswertung. „In einer Einzelpraxis im niedergelassenen Bereich muss das alles zusätzlich erledigt werden“, erklärte Kriedel.

Nach den Vorstellungen des Gesetzgebers soll außerdem die Dokumentationsrate bestehender und künf­tiger QS-Maßnahmen in den Praxen aus dem Stand auf 100 Prozent festgelegt werden. Bei Nichterfüll­ung drohen Vergütungsabschläge. Eine 100-prozentige Dokumentationspflicht lehne die KBV strikt ab, zumal noch nicht einmal klar sei, ob die in Praxen und Kliniken erhobenen Daten wirklich zu einer Ver­besserung der Patientenversorgung führten, sagte Kriedel.

Im stationären Sektor sei die Dokumentationsrate schrittweise angehoben worden, bevor es eine sankti­onsbewehrte 100-Prozentpflicht gab. Ob diese Vorgabe überhaupt realistisch erfüllbar ist, unabhängig davon, ob Praxis oder Krankenhaus, ist aus Sicht des KBV-Chefs zweifelhaft.

Das Gesetz „soll eine Analogie zum Krankenhaus-Bereich herstellen, aber die Bedingungen in einer Pra­xis sind ganz andere als in einer großen Klinik“, so Kriedel.

Die niedergelassenen Ärzte und Psychothera­peu­ten wollten sich in keiner Weise der Transparenz und der Qualitätssicherung verschließen, stellte Kriedel in dem Video-Interview klar und verwies in diesem Zu­sammenhang auf die jährlichen Qualitätsberichte, welche die Kassenärztlichen Vereinigungen und die KBV herausgeben. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #722003
Hausarsch
am Sonntag, 20. Dezember 2020, 16:02

Gewollt sind MVZs, Einzelpraxen sollen "platt gemacht" werden.

Ja,
auch die vielen MVZs haben die Mittel und die Leute um die
Qualitätssicherungswünsche der Politik umzusetzen.
Einzel-, aber auch Doppelpraxen (v.a. HÄ-Praxen) können die
Wünsche der Politik nicht umsetzen.
So werden kleine Praxen ausgerottet.
Welche Ziele werden mit diesem Verhalten verfolgt?
Die Gewinner sind die Besitzer und Investoren der MVZs.
Die angestellten Ärzte, wenn sie sich nicht gerade mit ihrem Sitz
in das MVZ eingekauft haben, sind die Verlierer.
Als Weisungsempfänger von nicht-ärztlichen Leitungen müssen sie mit dem Gehalt eines Gesamtschullehrers zufrieden sein.
Wie bekannt, liegt die durchschnittliche Verweildauer der angestellten
Allgemeinmediziner bei 4 Wochen bis 6 Monaten.
Das ist Qualität!
Wohl bekommˋs Berliner Republik.
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