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Medizin

COVID-19: Diabetes und Hypertonie erhöhen Sterberisiko vor allem bei Komplikationen

Montag, 21. Dezember 2020

/Andrey Popov, stock.adobe.com

Baltimore/Maryland – Alter, Adipositas und männliches Geschlecht waren in der bisher größten retrospektiven US-Studie in Clinical Infectious Diseases (2020; DOI: 10.1093/cid/ciaa1787) die wichtigsten Risikofaktoren für einen tödlichen Verlauf von COVID-19. Ein Diabetes erhöhte das Sterberisiko des Patienten nur, wenn es bereits zu Komplikationen gekommen war. Eine unkomplizierte Hypertonie war nur für jüngere Menschen ein Risikofaktor für einen tödlichen Ausgang in der Klinik.

Diabetes und Hypertonie werden seit Beginn der Pandemie zu den wichtigsten Risikofaktoren von COVID-19 gezählt. Gefährlich ist für die betroffenen Patienten jedoch weniger der erhöhte Blutzucker oder der erhöhte Blutdruck als die Komplikationen, die die Erkrankungen auslösen. Beim Diabetes sind dies diverse Schäden an Blutgefäßen, Nervensystem und Organen (in erster Linie die Nieren). Die arterielle Hypertonie führt vor allem zu Schäden an Herz und Blutgefäßen.

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Ein Team um Anthony Harris von der University of Maryland School of Medicine in Baltimore hat an 66.646 Patienten, die bis Ende Juni in 613 US-Kliniken behandelt wurden, die Risikofaktoren für einen Tod in der Klinik untersucht.

Dabei zeigte sich, dass Diabetiker in allen Altersgruppen kein erhöhtes Sterberisiko hatten, solange es noch nicht zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenschäden gekommen war. Bei der arteriellen Hypertonie war das Sterberisiko bei jüngeren Patienten auch dann (relativ zu Gleichaltrigen ohne Hypertonie) erhöht, wenn noch keine Folgekrankheiten aufgetreten waren.

Für die Altersgruppe 20 bis 29 Jahre ermittelte Harris ein adjustiertes relatives Risiko (aRR) von 1,68, wenn die Hypertonie noch nicht zu Komplikationen geführt hatte. Bei einer Hypertonie mit Komplikationen betrug das aRR 2,33. Es sank in den höheren Lebensjahrzehnten auf 1,88 (40- bis 49-Jährige) und 1,34 (50- bis 59-Jährige). Bei älteren Hypertonikern war auch bei Komplikationen kein erhöhtes Risiko mehr nachweisbar.

Beim Diabetes mit Komplikationen sank das aRR ebenfalls mit dem Alter von 1,79 (20- bis 29-Jährige) auf 1,05 bei den über 80-Jährigen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Hypertoniker und Diabetiker im höheren Alter weniger gefährdet sind. Bei den meisten kommen weitere Risikofaktoren hinzu. Dies ist immer das Alter. Patienten mit COVID-19 hatten in der Kohorte allein durch ein Alter von 70 bis 79 Jahren ein 2,70-fach erhöhtes Sterberisiko. Bei einem Alter ab 80 Jahren stieg das aRR auf 4,26.

Bei den meisten Diabetikern und Hypertonikern kommt eine Adipositas hinzu, die auch im höheren Alter ein unabhängiger Risikofaktor ist (aRR 1,16 bei 70 bis 79 Jahren und 1,11 in der Altersgruppe 80plus). Viele Patienten haben alle 3 Faktoren (Adipositas, Diabetes und Hypertonie), zu denen oft noch hohe Lipidwerte und eine inaktive Lebensweise gehören, die das metabolische Syndrom „abrunden“. Hyperlipidämie und Bewegungsmangel wurden in der Studie nicht bewertet.

Neben dem Alter war auch das männliche Geschlecht ein konstanter Risikofaktor (aRR 1,30). Dies war bereits in früheren Studien aufgefallen. Je mehr Begleitfaktoren in Studien ausgeschlossen werden können, desto wahrscheinlicher wird es, dass tatsächlich die genetische Grundausstattung von Männern sie für einen schweren Verlauf prädestiniert. Die Ursache wird derzeit im Immunsystem vermutet. Nach einer jüngst in Nature (2020; DOI: 10.1038/s41586-020-2700-3) publizieren Studie fällt die T-Zell-Antwort bei Männern schwächer aus als bei Frauen. Auch eine erhöhte Bereitschaft zum Zytokinsturm könnte Männer mit COVID-19 eher in Bedrängnis bringen. © rme/aerzteblatt.de

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