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Brandenburg: Krankenhäuser rufen Großschadensereignis aus

Montag, 21. Dezember 2020

/picture alliance, Robert Michael

Beeskow – Die Situation in den Brandenburger Krankenhäusern spitzt sich wegen der steigenden Zahl von Coronapatienten zu. Der Landkreis Oder-Spree stellte gestern ein Großschadensereignis fest, um die Verlegung von Patienten mit Hilfe des Katastrophenschutzes besser koordinieren zu können.

„Aus der zunehmenden Fallzahl ergibt sich aufgrund der hohen Auslastung der Kliniken, den steigenden Neuinfektionen, der täglichen Patientenzuströme sowie der begrenzten Personalkapazitäten in den Kli­ni­ken eine Gefährdung für eine erhebliche Anzahl von Personen“, warnte der Kreis. Das Großschadens­ereignis – die letzte Stufe vor dem Katastrophenfall – trat gestern um Mitternacht in Kraft.

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Der Landrat von Oder-Spree, Rolf Lindemann (SPD), zeigte sich besorgt und sprach angesichts der Lage von einer Katastrophe. „Die momentane Situation ist so zu beschreiben, dass Patienten aus Krankenhäu­sern in andere Krankenhäuser verlegt werden müssen, um eine dringende medizinische Notfallversor­gung standortnah gewährleisten zu können“, teilte Lindemann mit.

Der Rettungsdienst könne die Verlegung von Patienten zwischen den Krankenhäusern und den Transport von Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen zu Behandlungen nicht länger leisten.

Potsdam hatte am vergangenen Freitag bereits das Großschadensereignis eines Massenanfalls von Er­krankten ausgerufen. Damit kann die Versorgung von Notfallpatienten besser gesteuert werden. Der Kreis Oder-Spree bezeichnete sein Großschadensereignis nicht konkret als Massenanfall von Erkrankten, es könne aber darauf zurückgeführt werden. Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte bereits vor knapp zwei Wochen Hinweise zur Steuerung von Krankenhauskapazitäten über die Ausrufung des Massenanfalls gegeben.

Die beiden größten Krankenhäuser in Potsdam baten um Hilfe bei der Behandlung von Coronapatienten. Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), das Klinikum Ernst von Bergmann und das St. Josefs-Kranken­haus wandten sich im Internet an die Brandenburger und Berliner.

„Wir stehen aktuell vor einer der schwierigsten Situationen der vergangenen Jahrzehnte“, heißt es in einem Aufruf. Gesucht würden Helfer, Medizinstudenten, ausgebildete Pflegekräfte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten. „Die aktuelle Situation in den Krankenhäusern ist nur der Blick in den Rückspiegel“, sagte Schubert der Märkischen Allgemeinen.

Die Zahl neuer Coronainfektionen in Brandenburg bleibt auf hohem Niveau. Gestern kamen 707 neue Fälle innerhalb eines Tages hinzu, wie das Ge­sund­heits­mi­nis­terium berichtete. Das spiegelt allerdings nicht die tatsächliche Lage wider, denn aus drei Kreisen und der Stadt Potsdam waren keine Daten über neue Fälle vorhanden. Die meisten neuen Ansteckungen meldete der Kreis Oder-Spree mit 107. Landes­weit kamen 20 neue Todesfälle im Zusammenhang mit der COVID-19-Krankheit hinzu. © dpa/aerzteblatt.de

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