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Mehrere Kreise in Bayern haben keine freien Intensivbetten mehr

Montag, 21. Dezember 2020

/picture alliance, Bodo Schackow

München – In Bayern werden wegen der Coronkrise die Intensivbetten knapp. Mehrere Landkreise mel­de­ten vorgestern kein einziges freies Intensivbett mehr, wie aus dem deutschlandweiten DIVI-Register hervorgeht. Null freie Betten gab es in den Landkreisen Würzburg, Landshut, Regen, Aichach-Friedberg, Donau-Ries, Altötting und Fürstenfeldbruck. Viele andere Kommunen meldeten vorgestern nur noch ein bis zwei freie Intensivbetten.

„In der Gesamtbetrachtung stehen bayernweit noch ausreichend Allgemein- wie auch Intensivbetten­ka­pazitäten zur Verfügung“, betonte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU). Die Zahl der freien Inten­sivbetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit für besonders schwer erkrankte Coronapatienten liegt nach Humls Worten aber nur noch bei rund 300 Betten. „Vereinzelt ist die Situation – abhängig vom jeweiligen lokalen Infektionsgeschehen – dementsprechend bereits sehr ernst“, sagte die Ministerin.

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Wenn in einem Landkreis keine Betten mehr frei sind, bedeutet dies nicht, dass keine Behandlung mehr möglich wäre. Aber neue Intensivpatienten müssen zum Teil über weite Entfernungen in andere Kran­ken­häuser gebracht werden. Bayernweit waren laut Intensivregister vorgestern noch 13 Prozent der gut 3.400 Intensivbetten frei. Abgesehen davon wurden Mitte der Woche knapp 3.500 Coronapatienten auf Allgemeinstationen behandelt.

Verteilung von Patienten

„Für den Fall, dass es in einzelnen Krankenhäusern keine Intensivbettenkapazitäten mehr geben sollte, erfolgt eine Verteilung der Patienten innerhalb des jeweiligen Leitstellenbereichs in andere Kranken­häu­ser“, sagte Huml. „Mittlerweile verzeichnen aber ganze Leitstellenbereiche nur noch wenig freie Intensiv­kapazitäten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit. In diesen Fällen helfen benachbarte Leitstellen aus.“

Die Landkreise, die keine freien Betten mehr haben, sind überwiegend ländlich geprägt, dort gibt es ohne­hin weniger Intensivbetten als in den Großstädten. Doch auch in München und Nürnberg spitzt sich die Situation zu. So meldeten die Krankenhäuser der Landeshauptstadt nur noch 37 von 517 Intensiv­betten frei, das entspricht einem Leerstand von sieben Prozent, weit weniger als üblich. In Nürnberg waren von insgesamt 147 Intensivbetten lediglich 18 nicht belegt.

Die bayerischen Krankenhäuser haben zwar eine Notfallreserve von 1.159 weiteren Intensivbetten ge­mel­det, die bei Bedarf aufgestellt werden könnten. „Dies bedeutet aber unter anderem, dass aufschieb­ba­re Behandlungen zurückgestellt und Personal-Notfallpläne in Kraft treten müssen“, sagt Huml. Das wür­de demnach bedeuten, dass Mitarbeiter aus der Elternzeit oder dem Ruhestand zurückgeholt werden.

Huml forderte den Bund auf, die vorgeschriebene Personaluntergrenze für die Pflege vorübergehend auszusetzen. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass die Krankenhäuser nicht dringliche Operationen zu­rückstellen. Dabei spielen aber auch die Finanzen eine Rolle. „Entscheidend für die Bereitschaft der Krankenhäuser, planbare Eingriffe zu verschieben, ist jedoch die Frage, in welchem Umfang sie hierfür Ausgleichszahlungen erhalten“, sagte Huml dazu. © dpa/aerzteblatt.de

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