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Fresenius kauft Anbieter für Reproduktionsmedizin

Montag, 21. Dezember 2020

/picture alliance, Wolfram Steinberg

Bad Homburg – Der Gesundheitskonzern Fresenius stärkt seine Krankenhauskette Helios mit einer Über­nahme. Der Dax-Konzern kauft die Eugin-Gruppe mit einem globalen Netz an Reproduktionskliniken, teilte Fresenius heute in Bad Homburg mit.

Das Unternehmen, das 31 Krankenhäuser und 34 weitere Standorte in neun Ländern unterhält, habe ver­gangenes Jahr rund 160 Millionen Euro Umsatz erzielt. Die Gruppe werde bei dem Deal mit 430 Million­en Euro einschließlich Minderheitsbeteiligungen und übernommenen Schulden bewertet.

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Fresenius Helios, größer privater Krankenhausbetreiber hierzulande mit 89 Kliniken, verspricht sich mit Reproduktionsmedizin Wachstumschancen. Die Behandlungen sind gefragt, da viele Frauen erst in ei­nem höheren Alter Kinder bekommen wollen und es häufig zu Unfruchtbarkeit kommt. Der wissen­schaft­liche Fortschritt führe aber zu höheren Erfolgsraten, etwa bei künstlichen Befruchtungen sowie geringe­ren Belastungen für Patienten, erklärte der Konzern.

Fresenius führt seit Jahren reproduktionsmedizinische Behandlungen durch, wenngleich in überschauba­rer Zahl: Im vergangenen Jahr wurden 7.000 Patienten in dem Feld betreut, die meisten in Spanien. Mit der Übernahme werde Fresenius Helios ein führender Anbieter im noch stark fragmentierten Markt für Reproduktionsmedizin und ergänze die Präsenz der Klinikkette in Deutschland, Spanien und Latein­ame­ri­ka.

Die Eugin-Gruppe war ursprünglich ein spanischer Anbieter, übernahm aber 2019 die US-Reproduktions­klinikkette Boston IVF und stieg so zum weltweiten Anbieter auf. Die bedeutendsten Märkte des Unter­nehmens sind USA, Spanien, Brasilien, Italien und Schweden.

Standorte liegen hauptsächlich in Ballungsgebieten wie Boston, Barcelona, Sao Paulo und Mailand. Die Eugin-Gruppe mit rund 1.300 Beschäftigten weltweit erwirtschaftete 2019 einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 31 Millionen Euro.

Die Übernahme, die Fresenius bar und aus Kreditlinien bezahlt, soll den Konzerngewinn bereits im kommenden Jahr deutlich steigern. Bei dem Deal, der im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen sein soll, würden keine nennenswerten Integrationskosten erwartet. Verkäufer der Eugin-Gruppe sind die NMC Health Plc und NMC Healthcare Ltd, die laut Mitteilung beide unter Insolvenzverwaltung stehen. © dpa/aerzteblatt.de

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