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Medizin

Zoledronsäure: Wie Kieferosteonekrose bei Krebspatienten vermieden werden könnten

Mittwoch, 30. Dezember 2020

/fotoliaxrender, stock.adobe.com

Ann Arbor/Michigan – Osteonekrosen des Ober- und Unterkiefers sind ein ungelöstes Problem in der Behandlung von Knochenmetastasen mit Bisphosphonaten wie Zoledronsäure. Eine Zahnsanierung vor der Behandlung und eine Verlängerung der Dosierungsintervalle könnten nach den Ergebnissen einer Beobachtungsstudie in JAMA Oncology (2020; DOI: 10.1001/jamaoncol.2020.6353) das Risiko senken.

Bisphosphonate werden zunehmend bei Patienten mit Knochenmetastasen eingesetzt, weil sie Frakturen und andere Komplikationen am Knochengerüst verhindern. Die Kehrseite der Medaille sind Osteonekrosen des Ober- und Unterkiefers, die Gegenstand einer prospektiven Beobachtungsstudie des US-amerika­nischen „SWOG Cancer Research Network“ waren.

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An 173 Zentren wurden 3.491 Krebspatienten, die wegen Metastasen mit Zoledronsäure behandelt wurden, zu Beginn der Studie und danach alle 6 Monate zahnmedizinisch untersucht, um eine etwaige Osteonekrose frühzeitig zu erkennen.

Alle hatten Knochenmetastasen und erhielten innerhalb von 30 Tagen nach Studienbeginn Zoledronsäure verschrieben. Die meisten Patienten hatten Brust-, Prostata-, Lungenkrebs oder ein multiples Myelom.

Wie Catherine van Poznak vom Rogel Cancer Center Ann Arbor und Mitarbeiter berichten, kam es in den ersten 3 Jahren bei 90 Patienten zu einer Kieferosteonekrose. Die kumulative Inzidenz betrug nach einem Jahr 0,8 % (95-%-Konfidenzintervall 0,5 bis 1,1 %), nach 2 Jahren 2,0 % (1,5 bis 2,5 %) und nach 3 Jahren 2,8 % (2,3 bis 3,5 %). Wenn alle 280.000 US-Patienten mit Knochenmetastasen mit Zoledronsäure behandelt würden, kam es innerhalb von 3 Jahren zu 7.840 Kiefer-Osteonekrosen kommen, rechnet van Poznak vor.

Eine Kieferosteonekrose bedeutet häufig, dass die Patienten eine offene nicht verheilende Knochenwunde in der Mundhöhle haben, die sie beim Sprechen, Essen und in der Mimik behindert. Die Entzündung ist zudem schmerzhaft. Die Kieferosteonekrose war bei den Patienten mit einem Anstieg von 0,60 auf 2,72 Punkten auf einer 10-Punkte Schmerzskala verbunden. Bei den Patienten ohne Kieferosteonekrose kam es dagegen im Verlauf der Erkrankung zu einem Rückgang der Schmerzen von 0,71 auf 0,64 Punkte.

Zu den Risikofaktoren für eine Kieferosteonekrose gehörte ein schlechter Zahnstatus. Patienten mit mehr als 25 eigenen Zähnen erkrankten zu 2,4 % an einer Kieferosteonekrose, Patienten mit weniger Zähnen zu 4,4 % (Hazard Ratio 0,51; 0,31 bis 0,83).

Zahnersatz war ebenfalls mit einem erhöhten Risiko verbunden (5,0 versus 2,9 %; Hazard Ratio 1,83; 1,10 bis 3,30), vor allem, wenn es sich beim Zahnersatz um ein herausnehmbares Gebiss handelte (6,5 versus 3,0 %; Hazard Ratio 2,02; 1,08 bis 3,78).

Eine Zahnsanierung könnte die Zahl der Kieferosteonekrosen senken. Seit die US-Leitlinien vor Behand­lungs­beginn zu einem Zahnarztbesuch raten, ist die Häufigkeit der Kieferosteonekrosen von 3,7 auf 2,4 % gesunken (Hazard Ratio für die fehlende Voruntersuchung 1,65; 1,09 bis 2,50). Zu den vermeidbaren Risikofaktoren gehört auch das Rauchen. Raucher erkrankten zu 3,7 %, Nichtraucher nur zu 2,4 % (Hazard Ratio 2,12; 1,12 bis 4,02) an einer Kieferosteonekrose.

Einen günstigen Einfluss könnte auch die Verlängerung der Dosierungsintervalle haben. Patienten, die häufiger als alle 5 Wochen eine Zoledronsäureinjektion erhielten, erkrankten zu 3,2 % an einer Kiefer-Osteonekrose, bei längeren Intervallen betrug die kumulative Inzidenz nur 0,7 % (Hazard Ratio 4,65; 1,46 bis 14,8). © rme/aerzteblatt.de

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