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Medizin

Bewegungsarmbänder können Atemfrequenz von schlafenden Menschen relativ genau bestimmen

Mittwoch, 23. Dezember 2020

/picture alliance, Sina Schuldt

Halle/Wittenberg – Bewegungsarmbänder erfassen die Atemfrequenz von schlafenden Menschen relativ genau. Sie eignen sich daher perspektivisch dazu, zum Beispiel Schlafapnoe im privaten Umfeld zu er­kennen. Das berichten Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammen mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im Fachjournal Scientific Reports (2020; DOI: 10.1038/s41598-020-71539-0).

„Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Abweichungen von der normalen Atemfrequenz von etwa 12 bis 18 Mal pro Minute Hinweise auf ernsthafte Erkrankungen geben können“, erläutern die Forscher um Jan Kantelhardt, Physiker an der Martin-Luther-Universität. Seine Arbeitsgruppe untersucht daher seit einigen Jahren, wie physikalische Daten von Messgeräten für eine bessere Diagnostik genutzt werden könnten.

Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Thomas Penzel vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité wollte das Team aus Halle überprüfen, wie verlässlich Bewegungsarmbänder bei der Erfassung der Atemfrequenz sind. Dafür legten sie im Schlaflabor der Charité circa 400 Patienten neben den dort üblichen Geräten zusätzlich ein Armband an, das Bewegungen registrieren und außerdem über eine auf die Haut geklebte Elektrode ein einfaches EKG messen kann.

Im Abgleich mit den Daten des Schlaflabors zeigte sich, dass die Bewegungsarmbänder genauere Rück­schlüsse auf die Atmung erlauben als das gleichzeitig gemessene EKG. „Bei zu viel Bewegung lässt sich die Atmung mit den Armbändern nicht mehr messen. Wir finden aber immer einige Abschnitte in der Nacht, wo wir die Atmung sehr zuverlässig beobachten können“, so Kantelhardt. Die Armbänder könnten dem Forscher zufolge beispielsweise zur Diagnostik vor dem Aufenthalt in einem Schlaflabor genutzt werden.

Die neue Methode soll nun dazu dienen, einen Teil der Daten der NAKO-Gesundheitsstudie auszuwerten. Im Rahmen der 2014 gestarteten bundesweiten Studie werden circa 200.000 Menschen über viele Jahre zu ihren Lebensumständen und ihrer Krankheitsgeschichte befragt und medizinisch untersucht. Ein Teil der Teilnehmer erhielt außerdem die gleichen Bewegungsarmbänder wie in der aktuellen Studie. © hil/aerzteblatt.de

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