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Politik

Chargenfreigabe für Coronaimpfstoff

Mittwoch, 23. Dezember 2020

/picture alliance, Laci Perenyi

Berlin – Das für die Prüfung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat den Weg für den Start der Coronaimpfungen am Sonntag freigemacht: Das Bundesinstitut gab nach Angaben von heute drei Chargen mit rund 4,1 Millionen Dosen des Coronaimpfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer frei.

Die Chargenfreigabe gelte EU-weit und damit auch für Deutschland, teilte das Institut mit. Sie ist Voraus­setzung für die Anwendung des Vakzins. Das entsprechende Zertifikat sei bereits gestern ausgestellt worden – einen Tag nach der Zulassung des Stoffs durch die EU-Kommission, erklärte das Institut.

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Die rasche Freigabe sei dadurch möglich geworden, dass die wissenschaftliche Prüfung der Chargen bereits vor der Zulassung begonnen worden sei, um den Prozess zu beschleunigen. Dieses Verfahren werden auch bei Impfstoffen gegen andere Infektionskrankheiten häufig angewendet.

Das Paul-Ehrlich-Institut gehört zu den europäischen amtlichen Arzneimittelkontrolllaboren, die in Europa die experimentelle Prüfung von Impfstoffen vornehmen können. In Deutschland schreibt das Arzneimittel­gesetz vor, dass das Institut jede Charge – also Produktionseinheit – von Impfstoffen auf ihre Qualität untersuchen und dann bei einem positiven Befund freigeben muss.

Unterdessen hat die Auslieferung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer an die EU-Staaten begonnen. Die Transporter seien bereit, den Pfizer-Standort im belgischen Puurs zu verlassen, teilte ein Unternehmens­sprecher heute mit.

So werde sichergestellt, „dass die nationalen Gesundheitsbehörden in ganz Europa ihre Impfprogramme ab dem 27. Dezember starten können - der Start der Europäischen Impftage der Europäischen Kommis­sion“. Auch in Deutschland sollen die ersten Impfstoff-Dosen am Sonntag gespritzt werden.

„Die Arbeiten sind nun in vollem Gange, um die ersten Chargen für die Verteilung vorzubereiten“, hieß es von Pfizer. Aus Sicherheitsgründen äußere man sich zu diesem Zeitpunkt jedoch „nicht zu den Details der einzelnen Lieferungen“. Auch auf Nachfrage wollte der Sprecher nicht sagen, ob die Transporter das Werk in Puurs bereits verlassen haben. Biontech hatte gestern angekündigt, dass die Auslieferung des Impfstoffs heute von Puurs aus beginnen sollte.

Der Pfizer-Sprecher teilte nun mit, die Anlage in Puurs südlich von Antwerpen werde weiter in Be­trieb sein und eine wichtige Rolle „in unserem globalen Produktions- und Lieferbetrieb als Formulierungs-, Abfüll- und Weiterverarbeitungsstandort für Europa und den Rest der Welt (ohne USA) spielen“. Basie­rend auf aktuellen Prognosen gehe man davon aus, „dass wir im Jahr 2021 weltweit bis zu 1,3 Milliarden Impfstoffdosen COVID-19 produzieren werden“. © afp/aerzteblatt.de

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