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Politik

Spahn: Impfen ist entscheidender Schlüssel zum Sieg über Corona-Pandemie

Samstag, 26. Dezember 2020

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU)/picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Michele Tantussi

Berlin - Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat die am Sonntag startenden Impfungen gegen das Coronavirus als „entscheidenden Schlüssel“ zum Sieg über die Pandemie bezeichnet. Der Impfstoff sei auch entscheidend dafür, „dass wir unser Leben zurückbekommen“, sagte Spahn am Samstag in Berlin. „Diese Nachricht sollte uns Mut machen.“

Die Impfungen sollen bundesweit morgen starten, zuerst wird in Pflege- und Altenheimen geimpft. Das bedeute auch, dass sich die „Jüngeren und Gesünderen noch gedulden müssen“, sagte Spahn weiter. Diese müssten auch weiterhin ihre Kontakte reduzieren.

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Spahn sprach auch von einem „hoffnungsvollen Tag für Europa“. Bewusst sei entschieden worden, beim Impfen europäisch vorzugehen und keinen nationalen Alleingang mit einer Notzulassung wie andere Ländern zu wählen. Er betonte zudem, dass das Impfen „ein Angebot“ sei. Es sei kostenlos und bleibe freiwillig. Dennoch sei das Ziel, so viele Menschen wie möglich zu impfen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Hoffnung sprach von einem bewegenden Moment der Einheit und einer europäischen Erfolgsgeschichte. „Die Impfungen werden dabei helfen, nach und nach zu unserem normalen Leben zurückzukehren“, sagte sie in einem am Samstag auf Twitter veröffentlichten Video. Sobald genügend Menschen geimpft worden seien, könne man wieder beginnen zu reisen, Freunde und Familie zu treffen und die Feiertage normal zu verbringen. „Aber bis dahin müssen wir weiter vorsichtig sein.“

Zeitgleiche Lieferung in 27 EU-Staaten

„Heute ist Liefertag“, sagte von der Leyen. „Und morgen beginnen die Impfungen gegen COVID-19 in der Europäischen Union.“ Nach ihren Angaben steht der Impfstoff zeitgleich in allen 27 EU-Staaten zur Verfügung. „Und die Menschen beginnen mit den Impfungen in Athen, in Rom, in Helsinki, in Sofia, wo auch immer.“ Bald schon würden weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen. „Lasst uns 2021 zum unserem Jahr der Europäischen Erholung und Hoffnung machen.“

In Deutschland wurde der Impfstoff am Samstag an die Bundesländer verteilt. Der Bund lässt mehrere Zehntausend Dosen der Firma Biontech an insgesamt 27 Standorte liefern. Von dort sollten sie an Impfzentren und mobile Teams verteilt werden, die dann am Sonntag die ersten Impfungen verabreichen sollen. Zuerst sollen Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

Ins bevölkerungsreichste Land Nordrhein-Westfalen wurden zunächst 9.750 Dosen geliefert und in ein geheimes Zentrallager gebracht. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte: „Das ist ein wichtiger Moment der Zuversicht. Mit der Lieferung des ersten Corona-Impfstoffes entsteht Hoffnung auf ein normales Leben, wie wir es vor dem Virus gekannt haben.“

In Bayern nahmen Innenminister Joachim Herrmann und Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (beide CSU) die Lieferung in Erlangen in Empfang. Es handele sich um die Hälfte der für den Freistaat bestimmten ersten 9750 Impfdosen, sagte Huml. Die übrigen sollten in München ankommen. Auch in anderen Bundesländern liefen die Vorbereitungen zur Verteilung des Impfstoffs auf Hochtouren.

In Italien erreichten die ersten Dosen des Biontech/PfizerPräparats unter Militärgeleit ihr Ziel in der Hauptstadt. Der Transporter sei am späten Freitagabend in einer Kaserne der Carabinieri im Norden Roms angekommen, bestätigte das Verteidigungsministerium. Auch in Österreich wurden die ersten Impfdosen ausgeliefert, sie kamen aus Belgien über Deutschland ins Land. Die etwa 10.000 Dosen seien ab dem Grenzübergang in Suben in Oberösterreich unter Polizeibegleitschutz in ein Lager in Wien gebracht worden, erklärten die Behörden.

Zwei Drittel der Bevölkerung will sich impfen lassen

Nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wollen sich etwa zwei Drittel der Deutschen impfen lassen. 32 Prozent der Befragten gaben an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen.

Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche fordert eine einheitliche Kommunikation zum Corona-Impfstart. „Statt des bisherigen Durcheinanders der Stimmen von Bundes- und Landesregierungen brauchen die Menschen Klarheit, um ihr alltägliches Leben während der Pandemie organisieren und meistern zu können“, erklärte Schulz-Asche am Samstag. Zudem erneuerte sie ihre Forderung nach Einrichtung eines fachübergreifenden Pandemie-Rats. Darin sollten aus ihrer Sicht etwa Experten aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Pflege und Wirtschaftswissenschaft zusammenkommen.

Anfang Januar Entscheidung zu Moderna-Impstoff

Bis Ende März sollen 11 bis 12 Millionen Impfdosen in Deutschland zur Verfügung stehen. Da das Präparat zweimal verabreicht werden muss, würde diese Menge in etwa für 5,5 bis 6 Millionen Menschen reichen.

Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein „Impfangebot“ machen zu können - sofern weitere Präparate eine Zulassung erhalten. Neben dem Impfstoff von Biontech und seines US-Partners Pfizer spielt derzeit auch das Mittel des US-Unternehmens Moderna eine Rolle, über dessen Zulassung die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bis zum 6. Januar entscheiden will.

Der Deutsche Städtetag dämpfte die Erwartungen. „Es ist ein Anfang gemacht, aber der Spuk mit dem gefährlichen Coronavirus ist noch nicht vorbei“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Infektionslage sei derzeit weiterhin besorgniserregend und die Zeit für Massenimpfungen noch nicht gekommen. „Dafür gibt es zunächst viel zu wenig Impfstoff“, sagte Jung, der auch Oberbürgermeister von Leipzig ist.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sieht Deutschland „nicht ausreichend vorbereitet auf das Impfen“. Die FDP hätte sich eine klare gesetzliche Grundlage dafür gewünscht, weil so wichtige Fragen von Leben und Tod auf breitester Grundlage beschlossen werden sollten, sagte Lindner in Berlin. „Bei der Frage der Logistik sollten wir baldmöglichst über die Impfzentren hinaus auch den niedergelassenen medizinischen Bereich nutzen, damit wir schnell vorankommen beim Durchimpfen“, mahnte der FDP-Chef. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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