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Medizin

COVID-19: US-Studie zur Behandlung mit Antikoagulanzien teilweise gestoppt

Montag, 28. Dezember 2020

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Bethesda/Maryland – Drei internationale Studien, die derzeit den Wert einer antikoagulativen Behand­lung bei Patienten mit COVID-19 untersuchen, haben vorübergehend die Aufnahme von Patienten ge­stoppt, die wegen einer schweren Erkrankung auf Intensivstation behandelt werden. Die Behandlung von mittel­schwer erkrankten Patienten soll laut einer Mitteilung des US-National Heart, Lung, and Blood Institute fortgesetzt werden. An einer Studie sind auch deutsche Zentren beteiligt.

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 kann die Endothelien der Blutgefäße infizieren. Durch die Zerstörung der Zellen kommt es zu einer Aktivierung der Blutgerinnung und zur Thrombenbildung in den kleinen Blutgefäßen. Diese Mikrothromben werden häufig in Autopsien gefunden und gelten derzeit als wichtige Todesursache bei COVID-19.

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Verschiedene Zentren haben begonnen, die Patienten präventiv mit Antikoagulanzien zu behandeln, was in einer kürzlich im Journal of the American College of Cardiology (2020; DOI: 10.1016/j.jacc.2020.08.041) veröffentlichten Kohortenstudie mit einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit einher ging.

Eine antikoagulative Behandlung ist jedoch immer mit Blutungsrisiken verbunden. In randomisierten Studien wird deshalb derzeit untersucht, wie die Patienten durch eine antikoagulative Behandlung am besten geschützt werden können.

Die bisherigen Ergebnisse scheinen nicht immer die Erwartungen zu erfüllen. In drei großen Studien wurde deshalb die Rekrutierung von bestimmten Patienten gestoppt. Als Grund gibt das US-National Heart, Lung, and Blood Institute ein erhöhtes Blutungsrisiko an, das offenbar bei den am schwersten erkrankten Patienten aufgetreten ist.

Dies sind Patienten, die bereits auf Intensivstation behandelt werden. Hier hat sich die Hoffnung, dass die Behandlung die Organfunktionen erhalten kann, offenbar nicht erfüllt. Patienten, die noch nicht auf Intensivstation behandelt werden, sind von der Unterbrechung der Studie nicht betroffen.

Zu den drei Studien gehört die REMAP-CAP-Studie, die bereits vor der Pandemie begonnen wurde und den Wert verschiedener Therapien bei Patienten mit außerhalb von Kliniken erworbenen Pneumonien untersucht. Seit der Pandemie werden auch Patienten mit SARS-CoV-2 aufgenommen. Zu den untersuchten Therapien gehört eine Antikoagulation mit Heparin in therapeutischer Dosierung. An der Studie beteiligen sich 11 Kliniken in Deutschland, darunter die Berliner Charité.

Die ATTACC-Studie untersucht gezielt den Nutzen einer Antikoagulation mit Enoxaparin oder einem anderen niedermolekularen Heparin bei Patienten, die wegen COVID-19 hospitalisiert wurden. An dieser Studie sollen bis Januar 2021 etwa 3.000 Patienten teilnehmen.

Bei der dritten Studie handelt es sich um die ACTIV-4 des US-National Heart, Lung, and Blood Institute, die ebenfalls auf Patienten mit COVID-19 beschränkt ist. Diese Studie vergleicht eine prophylaktische und eine therapeutische Dosis von Heparin. Bis März 2021 sollen etwa 2.000 Patienten an der Studie teilnehmen. © rme/aerzteblatt.de

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