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Politik

Pflegekräfte zu Coronaimpfung aufgerufen

Mittwoch, 30. Dezember 2020

/picture alliance / Andreas Arnold/dpa

Düsseldorf – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat die Pflege­kräfte in Deutschland dazu aufgerufen, sich gegen SARS-CoV-2 impfen zu lassen.

„Nach derzeitigem Kenntnisstand sind etwa 95 von 100 geimpften Personen vor einer Erkrankung ge­schützt", sagte Westerfellhaus der Rheinischen Post. Man habe richtigerweise festgelegt, dass ältere Menschen und Menschen, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit Kontakt zu besonders durch COVID-19 ge­fährdeten Personen haben, zuerst geimpft werden.

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„Ich appelliere als Pflegebevollmächtigter daher an alle Pflegefachkräfte, sich impfen zu lassen“, sagte Westerfellhaus. „Wenn ich mit dem Impfen an der Reihe bin, werde ich mich natürlich impfen lassen. Ich lebe in einem Mehrgenerationenhaus und möchte alle Menschen, eben auch meine hochbetagte Mutter, schützen.“

Je mehr Menschen geimpft würden, desto weniger Wirte finde das Virus. Und umso schwerer seien die Bedingungen für die Ausbreitung. „Und ich bin mir sicher, dass diese Einsicht auch die meisten Pflege­kräfte haben und sich impfen lassen.“

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte, dass Personal zur Impfung gezwungen werden könne. „Mit dem Infektionsschutzgesetz gäbe es zwar eine rechtliche Grundlage dafür, dass Altenheime und Krankenhäuser ihr Personal zu einer Impfung zwingen. Aber die Bundesregierung hat versprochen, dass es keine Impfpflicht geben wird. Dabei wird es bleiben, und das ist auch richtig“, sagte Lauterbach.

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, rechnet damit, dass die Bereitschaft für eine Impfung in den kommenden Monaten steigt. „Für Geimpfte verliert die Pandemie ihren Schrecken, sie werden sich besser fühlen und entspannter sein. Das wird ansteckend sein, aber im positiven Sinne“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Für eine Herdenimmunität ist mindestens eine Impf­quote zwischen 65 und 70 Prozent nötig.

Reinhardt riet dazu, die Abstands- und Hygienevorschriften in Kraft zu lassen. „Solange nicht jeder, der geimpft werden will, ein Vakzin bekommen kann, müssen weiter Schutzregeln eingehalten werden – auch von den Geimpften“, sagte er. Zwar sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass Geimpfte nicht mehr an­steckend seien. Doch möglicherweise bestehe ein Restrisiko. „Hier müssen wir unbedingt weitere wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen.“

Wenn genügend Impfstoff zur Verfügung steht, dürfen Impfgegner nach Ansicht von Reinhardt aber nicht mehr mit der Rücksichtnahme der Gesellschaft rechnen. „Sie müssen mit dem Risiko leben, unter Um­stän­den auch schwer an COVID-19 zu erkranken. Sie können die Gesellschaft nicht in Geiselhaft neh­men“, sagte der BÄK-Präsident. © kna/dpa/aerzteblatt.de

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