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Ausland

Erste Dosen von Astra­zeneca-Impfstoff in Großbritannien verabreicht

Montag, 4. Januar 2021

Der 82-jährige Brian Pinker erhielt den Impfstoff COVID-19 der Universität Oxford/Astrazeneca im Churchill Hospital in Oxford. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Steve Parsons

London – Im Kampf gegen die Coronapandemie hat Großbritannien seine Impfkampagne ausgeweitet. Heute begannen dort die weltweit ersten Impfungen mit dem gemeinsam vom britisch-schwedischen Konzern Astrazeneca und der Universität Oxford entwickelten Vakzin. Die erste Spritze erhielt der 82-jährige Dialysepatient Brian Pinker an der Uniklinik in Oxford.

„Ich freue mich sehr, heute die Impfung gegen COVID-19 zu bekommen, und ich bin sehr stolz, dass sie in Oxford erfunden wurde“, sagte der an einer Nierenkrankheit leidende Einwohner der berühmten Uni­versitätsstadt. „Der Impfstoff bedeutet alles für mich. Ich sehe darin die einzige Möglichkeit, wieder zu ein bisschen normalem Leben zurückzukehren.“

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Mit mehr als 2,6 Millionen bestätigten Infektionen und 75.000 Toten gehört Großbritannien zu den schwer von der Coronapandemie betroffenen Länder in Europa. Für zusätzlichen Druck sorgt eine be­son­ders ansteckende Variante des Virus, die zuletzt die Infektionszahlen rasant hochschnellen ließen. Allein gestern wurden knapp 55.000 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden gemeldet.

Im Kampf gegen das Virus setzt die Regierung deshalb neben verschärften Einschränkungen auf eine schnelle Impfkampagne. Nach dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Part­ners Pfizer, mit dem seit dem 8. Dezember bereits mehr als eine Million Menschen geimpft wurden, dient das einheimische Vakzin nun als zweites Standbein. Zunächst stehen nach Regierungsangaben über 520.000 Dosen zur Verfügung. Insgesamt hat Großbritannien 100 Millionen Dosen bei Astrazeneca bestellt.

Damit so viele Menschen wie möglich eine erste Spritze und damit einen ersten Schutz erhalten, will die Regierung die Zeit zwischen den beiden eigentlich notwendigen Impfdosen auf bis zu zwölf Wochen strecken. Die Möglichkeit, so lange bis zur zweiten Impfung zu warten, sei eine „wahre positive Wen­dung“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Matt Hancock dem Sender Sky News. Das Vakzin pries er als „Triumph der britischen Wissenschaft“.

Der Vektorviren-Impfstoff von AstraZeneca ist etwas weniger wirksam als der neuartige mRNA-Wirkstoff von Biontech und Pfizer. Dafür ist er billiger und einfacher zu nutzen, da er sich bei normalen Kühl­schranktemperaturen lagern lässt und nicht wie der Wirkstoff von Biontech und Pfizer bei extrem nie­drigen Temperaturen von minus 70 Grad.

In der Europäischen Union ist der Impfstoff von AstraZeneca noch nicht zugelassen. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) stellte vorige Woche klar, dass eine Zulassung in der EU noch im Januar „unwahrscheinlich“ sei, da AstraZeneca noch gar keinen Zulassungsantrag gestellt habe. Die USA gehen nach Behördenangaben davon aus, dass der Astrazeneca-Impfstoff erst im April die Zulassung erhält. Dagegen wurde er in Argentinien und am Sonntag auch in Indien bereits zugelassen. © afp/aerzteblatt.de

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