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Baden-Württemberg: Ländliche Gebiete profitieren von PKV-Versicherten

Dienstag, 5. Januar 2021

/Gina Sanders, stock.adobe.com

Stuttgart – Von den Mehrumsätzen der Privatpatienten in Baden-Württemberg profitieren vor allem am­bulant niedergelassene Ärzte in ländlichen Gebieten. Das berichtet der Verband der privaten Krankenver­siche­rung (PKV-Verband) auf der Basis von Zahlen des PKV-Regionalatlas für Baden-Württemberg.

Die zusätzlichen Einnahmen von Arztpraxen durch den Anteil der Privatversicherten werden darin nach Städten, Landkreisen und Regionen aufgeschlüsselt. Zusammen mit den jeweiligen regionalen Preisindi­zes für die ärztlichen Kostenstrukturen haben die Autoren des Atlas die reale Kaufkraft dieser PKV-Mehr­umsätze ermitteln.

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Der PKV-Verband sieht damit Vermutungen widerlegt, wonach Ärzte ihre Praxen lieber in größeren Städ­ten eröffnen, weil sie dort mehr Privatpatienten behandeln könnten.

Im Durchschnitt sind laut dem PKV-Regionalatlas in Baden-Württemberg 12,0 Prozent der Menschen pri­vatversichert (Deutschlandweit 10,6 Prozent). In Baden-Württemberg sind die Privatversicherten außer­dem relativ gleichmäßig verteilt: In ländlichen Kreisen liegt der PKV-Marktanteil im Schnitt bei 10,7 bis 11,0 Prozent.

„Weil Privatversicherte auf dem Land im Durchschnitt älter sind (Ältere gehen insgesamt häufiger zum Arzt) und weil in den Ballungszentren Gehälter, Mieten sowie andere ärztliche Praxis-Kosten höher lie­gen, ist der reale Wert der Mehrumsätze auf dem Land häufig größer“, berichten die Autoren.

Doch trotz dieser größeren Verdienstmöglichkeiten durch Privatversicherte sei die Ärztedichte ambulant tätiger Ärzte in den ländlichen Gebieten niedriger als in den Ballungsräumen.

„Aber die geringere Ärztezahl auf dem Land kann nicht an fehlenden Privatversicherten liegen. Für die Standortentscheidung von Ärzten sind schlicht andere Kriterien maßgebend, vor allem das urbane (Ar­beits-)Umfeld für ihre Partner, Schulen für ihre Kinder, Kulturangebot und Infrastruktur“, so die Autoren.

„Die Daten zeigen: Die von Grünen und SPD auch im Landtagswahlkampf angestrebte Einheitsversiche­rung würde keineswegs zu einer besseren Verteilung der Ärzte führen, im Gegenteil. Wer die Mehrumsät­ze der Privatpatienten streicht, gefährdet die medizinische Versorgung auf dem Land sogar noch stärker als in den Städten. Damit würden die Standortqualitäten der ländlichen Regionen aufs Spiel gesetzt“, sagte der PKV-Verbandsvorsitzende Ralf Kantak. © hil/aerzteblatt.de

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