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Britische Regierung verhängt landesweiten harten Lockdown in England

Dienstag, 5. Januar 2021

Boris Johnson /picture alliance, PA Wire, Leon Neal

London – Wegen der Ausbreitung der neuen Virusmutation werden die Coronamaßnahmen in Großbri­tannien erneut verschärft. Der britische Premierminister Boris Johnson kündigte gestern einen sechs­wö­chigen harten Lockdown in ganz England an, der morgen in Kraft tritt. Auch die schottische Regierung beschloss strenge Ausgangsbeschränkungen, die bereits von heute an gelten.

In England werden von übermorgen an die Schulen geschlossen und es gilt eine Ausgangssperre, wie Premierminister Johnson in einer Fernsehansprache ankündigte. Die rund 56 Millionen Engländer dürfen ihr Zuhause dann nur noch in begründeten Fällen verlassen, etwa um zu arbeiten, einzukaufen oder für Arztbesuche. Arbeitnehmer sollen möglichst im Homeoffice arbeiten. Die strengen Maßnahmen sollen voraussichtlich bis Mitte Februar aufrechterhalten werden.

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In Großbritannien grassiert derzeit eine Mutation des Coronavirus, die ersten Erkenntnissen zufolge deutlich ansteckender ist als das Virus in seiner bisherigen Form. Rund 44 Millionen Engländer sind bereits von einem harten Lockdown betroffen, da in ihren Regionen die höchste Corona-Alarmstufe gilt.

Nun werden die Beschränkungen auf ganz England ausgeweitet. „Es ist klar, dass wir mehr tun müssen, um diese neue Variante unter Kontrolle zu bekommen, während die Impfstoffe verteilt werden“, sagte Johnson in seiner Ansprache.

Mit mehr als 75.000 Coronatodesopfern zählt Großbritannien zu den am schwersten von der Coronapan­demie betroffenen Ländern weltweit. Täglich infizieren sich derzeit mehr als 50.000 Briten mit dem neu­artigen Coronavirus. Gestern wurden rund 59.000 Neuinfektionen gemeldet. Rund 27.000 Infizierte wer­den stationär behandelt.

Die Regierung in London setzt im Kampf gegen Corona auch auf eine schnelle Impfkampagne. Johnson gab das Ziel aus, alle Risikogruppen bis Mitte Februar zu impfen. Bis dahin müssten die Bürger aber wie­der zuhause bleiben, um das Gesundheitssystem zu entlasten und „Leben zu retten“, betonte der Regie­rungschef.

Kurz vor Johnsons Ansprache hatte bereits die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon einen har­ten Lockdown bis Ende Januar angekündigt. Von heute an gelten strenge Ausgangsbeschränkungen, wie Sturgeon im Parlament in Edinburgh sagte. Die Schotten dürfen ihr Zuhause dann nur noch in begründe­ten Fällen verlassen.

Die Maßnahmen seien vergleichbar mit dem Lockdown im März, sagte die Regierungschefin. Inzwischen sei die Lage aber noch „beunruhigender“. Es sei ein steiler Anstieg der Infektionszahlen zu beobachten. Insbesondere die im Dezember erstmals in Großbritannien entdeckte neue Virus-Mutation habe den Kampf gegen die Pandemie erschwert, sagte die Regierungschefin. Die neue Variante sei für fast die Hälfte der neuen Fälle in Schottland verantwortlich. © afp/aerzteblatt.de

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