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Diabetologen wollen standardisierte Reagenzien für oralen Glucosetoleranztest

Dienstag, 5. Januar 2021

/BillionPhotos.com, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) setzt sich in einem Positionspapier für die Bereit­stellung und Finanzierung standardisierter Reagenzien für den oralen Glukosetoleranztest (oGTT) ein. Hintergrund ist, dass industriell hergestellte Glukosefertiglösungen von den Krankenkassen nicht durch­gängig erstattet würden und auf dem Markt auch nicht mehr verfügbar seien.

„In der Diabetesdiagnostik besteht ein großer Bedarf an Glukoselösungen“, berichtet Lutz Heinemann, Vorsitzender der Kommission „Labordiagnostik in der Diabetologie der DDG & DGKL“. Umso wichtiger sei es, dass diese qualitätsgesichert hergestellt würden und zuverlässige Ergebnisse lieferten.

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„Besonders wichtig ist eine sichere Durchführung dieses diagnostischen Tests beim Screening auf Schwan­gerschafts­diabetes, um Mutter und ungeborenes Kind nicht zu gefährden“, so Heinemann.

Das letzte Fertigarzneimittel ist laut DGG inzwischen außer Handel und nur noch begrenzt verfügbar. Die Fachgesellschaft hat daher einen Vorschlag für die standardisierte Herstellung einer zuverlässigen Glukoselösung durch die Apotheken nach dem Deutschen Arzneimittelcodex gemacht.

„Wir haben damit die Weichen für eine sichere Umstellung von einem industriell hergestellten Glukose­präparat auf eine gleichwertig manuell herzustellende Lösung gestellt. Es ist jedoch notwendig, diesen Mehraufwand, der in Apotheken und Praxen entsteht, mit einem kostendeckenden Preis zu honorieren“, fordert der Mitverfasser des Positionspapiers Manfred Krüger. Er ist Apotheker und Mitglied der Kommis­sion „Apotheker in der Diabetologie“.

Die DDG setzt sich dafür ein, dass die Krankenkassen diese Kosten übernehmen. „Nur so können wir den standardisierten Rezepturvorschlag in der Breite nutzbar machen und vermeiden, dass die Lösungen in Eigenregie hergestellt werden und schlimmstenfalls zu falschen Diagnosen und schweren Zwischen­fällen führen“, erläutert Nikolaus Scheper, Vorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Diabeto­logen. © hil/aerzteblatt.de

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