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Ärzteschaft

Reinhardt: Ein Pandemierat würde die Akzeptanz der Coronamaßnahmen in der Bevölkerung stärken

Dienstag, 5. Januar 2021

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundes­ärzte­kammer. /picture alliance, Wolfgang Kumm
Berlin – Mehr Schutz für vulnerable Bevölkerungsgruppen hat erneut der Präsident der Bundesärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, gefordert. Länder und Kommunen müssten Strategien zur Kontaktmini­mie­rung ausarbeiten, sagte er in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt.

Denkbar seien pragmatische Maßnahmen wie zum Beispiel feste Seniorenzeitfenster für Einkäufe im Einzelhandel oder spezielle Terminslots in öffentlichen Einrichtungen. Noch mehr Augenmerk müsse man auf den Schutz der Bewohner in Pflegeeinrichtungen legen.

„Die Ausbrüche in einigen Heimen in den letzten Wochen haben gezeigt, dass die bisherigen Maßnah­men nicht ausreichen beziehungsweise dass ihre Umsetzung nicht ausreichend kontrolliert wird“, sagte Reinhardt dem Deutschen Ärzteblatt.

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Er verstehe nicht, dass ein Land, das so hohe Unterstützungsleistungen in der Coronapandemie zur Ver­fü­gung stelle, so etwas nicht flächendeckend besser hinbekomme. Es fehle zwar nicht an politischen Be­schlüssen. Wieder einmal mangele es aber an der praktischen Umsetzung in den Ländern und Kommu­nen.

Zudem fordert Reinhardt erneut ein kontinuierlich tagendes Beratungsgremium für die Politik, das zum Beispiel mit Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Juristen, Ethikern, Soziologen und vielen weiteren Professionen besetzt sei. Dies könnte strategische Entscheidungen der Politik vorbereiten. Auch wenn dies ein aufwendiges Verfahren sei, würde es die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Anti-Corona-Maßnahmen stärken.

Interview mit dem Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. (I) Klaus Reinhardt „Die Politik hat ein großes Defizit bei Umsetzungsfragen“

Die Impfungen gegen COVID-19 haben begonnen. Dennoch wird die Coronapandemie weiter das gesellschaftliche Leben stark beeinflussen. Dr. med. (I) Klaus Reinhardt über die Geschwindigkeit politischer Entscheidungen, Versäumnisse beim Schutz vulnerabler Gruppen und den Deutschen Ärztetag. Das vergangene Jahr der Pandemie war wohl für jeden sehr belastend.

Die Bundes­ärzte­kammer habe daher Ende vergangenen Jahres bereits einen ärztlichen Pandemierat ge­gründet, um zum Beispiel Schutzkonzepte für Risikogruppen, die Weiterentwicklung der Teststrategie, aber auch Möglichkeiten, trotz Corona den Zugang zu weiterer medizinischer Akutversorgung sicherzu­stellen, zu beraten.

Die Mitglieder des Rats seien nicht nur wissenschaftlich gut aufgestellt, sie arbeiteten tagtäglich in vie­len unterschiedlichen Bereichen der Patientenversorgung und der Pandemiebewältigung. Diese Zusam­mensetzung sei in Deutschland einmalig, betonte der Bundes­ärzte­kammerpräsident. © mis/aerzteblatt.de

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retepgreb
am Donnerstag, 7. Januar 2021, 21:24

Ablenkungsmanöver!

Zu dem Interview mit dem BÄK-Präsidenten erlaube ich mir zwei Anmerkungen:
1. Ich bin verwundert darüber, dass er am Ende (!) eines Jahres, in dem die Covid-19-Pandemie grassiert, „bereits“ (!) einen ärztlichen Pandemierat gegründet hat, dessen „Zusammensetzung in Deutschland einmalig“ ist. Ist das nicht ein bisschen spät? Und haben nicht zahllose hochqualifizierte Wissenschaftler schon das ganze Jahr über die Politik beraten? Und ist nicht die Leopoldina genau die Instanz, die alle relevanten Fachrichtungen unter einem Dach vereint und dann qualifizierte Empfehlungen abgibt?
2. Noch mehr ärgert mich die Politikschelte („großes Defizit bei Umsetzungsfragen“) und der Hinweis, „die Akzeptanz der Bevölkerung für die Anti-Corona-Maßnahmen“ müsse gestärkt werden - und das von einem Mann, der mit seinen unqualifizierten Äußerungen zur Empfehlung, Mund-Nasenbedeckungen zu tragen, genau das getan hat, was er den Politikern ankreidet: nämlich die Akzeptanz der Maßnahmen zu untergraben. Heftige berechtigte Kritik von vielen Seiten blieb denn auch nicht aus bis zur Forderung nach Rücktritt!
Nun kann jeder auch einmal Fehler machen; aber: wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!
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