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Ausland

Amazon, Berkshire und JPMorgan scheitern mit Projekt zur Gesundheitsvorsorge

Mittwoch, 6. Januar 2021

/picture alliance, Ina Fassbender

New York – Einfacher und billiger sollte es werden: Nur drei Jahre nach dem Start geben Amazon, die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway und die Großbank JPMorgan ihr gemeinsames Projekt zur Sen­kung der Gesundheitskosten für ihre US-Mitarbeiter wieder auf. Die gemeinnützige Organisation Haven teilte gestern auf ihrer Website mit, dass das ehrgeizige Projekt Ende Februar eingestellt wird.

Das Scheitern von Haven gilt als Niederlage für die drei großen US-Unternehmen, sich den Problemen des Gesundheitswesens in der größten Volkswirtschaft der Welt zu stellen. Haven machte auf auf Anfra­ge keine weiteren Angaben zu den Gründen. Die Unternehmen würden planen, „weiterhin informell zu­sammenzuarbeiten, um Programme zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse ihrer eigenen Mitarbeiter zugeschnitten sind“, hieß es lediglich dazu.

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„Wir sind stolz auf die Fortschritte, die das Haven-Team bei der Erforschung einer breiten Palette von Gesundheitslösungen gemacht hat“, sagte Jamie Dimon, Geschäftsführer von JPMorgan Chase, in einer Mitteilung an die Mitarbeiter.

Die drei US-Firmen hatten im Januar 2018 angekündigt, mit Haven ein gemeinnütziges Gesundheits­pro­jekt zu schaffen, um „US-Mitarbeitern und ihren Familien eine vereinfachte, qualitativ hochwertige und transparente Gesundheitsversorgung zu angemessenen Kosten zu bieten“.

Die Firmenchefs Dimon, Jeff Bezos und Warren Buffett wollten neue Wege in der Gesundheitsbranche gehen, indem sie die kombinierten Daten, Technologien, Kaufkraft und Kundenkontakte der Unterneh­men nutzen, um die Versorgung zu verbessern und gleichzeitig die Kosten zu senken. Damals hieß es, mindestens eine Million Arbeiter könnten von dem Projekt profitieren.

Das Gesundheitswesen in den USA stellt Arbeitnehmer und Arbeitgeber seit jeher vor Herausforderun­gen: Das Land ist die einzige große Volkswirtschaft der Welt, die ihren Bürgern keine flächendeckende medizinische Versorgung bietet.

Die Kosten steigen seit Jahren und machten laut des Centers for Medicare & Medicaid Services im Jahr 2019 17,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Etwa die Hälfte der US-Bürger ist über ihren Ar­beitgeber versichert, während der Rest auf staatliche Unterstützung angewiesen oder unversichert ist, heißt es in den Daten des gemeinnützigen Unternehmens Kaiser Family Foundation.

Die Eindämmung der Gesundheitskosten war bereits eine Priorität mehrerer Präsidenten. Präsident Ba­rack Obama führte die Gesundheitsreform „Obamacare“ ein, die der designierte Präsident Joe Biden nun ausbauen will. „Obamacare“ ermöglichte mehr als 20 Millionen Bürgern Zugang zu einer Krankenversi­cherung.

Der derzeitige Amtsinhaber Donald Trump hatte erfolglos versucht, die Reform gänzlich zu kippen. Den­noch schaffte er es, Teile von „Obamacare" auszuhebeln und unter anderem die Versicherungspflicht wieder aufzuheben.

Die drei Firmen schlossen sich als Reaktion auf die Demontage von „Obamacare“ und die Explosion der Kran­ken­ver­siche­rungsausgaben zusammen. Mit Haven sollte das Projekt zunächst für die eigenen Mit­arbeiter gelten; die Verantwortlichen zogen jedoch in Erwägung, es möglicherweise auf alle Bürger auszuweiten. © afp/aerzteblatt.de

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