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Politik

Spahn ruft zur Geduld bei Impfstart auf

Mittwoch, 6. Januar 2021

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Michael Sohn

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat die Impfkampagne in Deutschland gegen Kritik verteidigt und zu Geduld beim Impfstart aufgerufen. „Die Tage des Impfstarts sind Tage der Zuversicht“, sagte Spahn heute in Berlin. Er verstehe, dass viele Menschen Fragen hätten, wenn nicht überall die Dinge gleich so funktionierten wie erhofft. Fehler müssten behoben werden. Allerdings wies Spahn in seiner ersten Pressekonferenz des Jahres viele Kritikpunkte zurück.

So sei immer kommuniziert worden, dass zu Beginn des Impfens in Deutschland zunächst wenige Impfdosen zur Verfügung stehen. Die ersten 1,3 Millionen Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer seien bis Ende Dezember geliefert worden. Laut Zahlen des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) sollen bis Mitte Februar pro Woche 667.875 Dosen in Deutschland ankommen, insgesamt sind es dann 5,34 Millionen.

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Diese werden jeweils auf die Bundesländer nach einem immer gleichen Schlüssel verteilt. So erhält beispielsweise Bayern wöchentlich 107.250 Dosen, Baden-Württemberg 87.750 Dosen, Hamburg 14.625 Dosen, Nordrhein-Westfalen 141.375 Dosen und Sachsen 34.125 Dosen. Der heute zugelassene Impfstoff des US-Herstellers Moderna liefere im ersten Quartal insgesamt zwei Millionen Dosen an Deutschland und ist in dieser Berechnung nicht enthalten.

Spahn betonte, die Bundesregierung gebe sämtliche Daten der Hersteller zu den Impfstoff-Lieferungen umgehend an die Länder weiter. Die Länder hätten die Lieferzahlen seit vergangenen Mittwoch bekommen. Der Minister bekräftigte: „Es wird genug Impfstoff für alle in Deutschland geben.“ Bestellt sei für alle Impfwilligen. „Impfstoff ist derzeit weltweit ein knappes Gut“, so Spahn. Er betonte: „Grund für die Knappheit sind die fehlenden Kapazitäten zu Beginn.“ Im Laufe des Jahres werde sich dies verbessern, auch wenn mehr Impfstoffe zugelassen wären. Dann könnten auch die Arztpraxen in die Impfung einbezogen werden.

Produktionsmengen erhöhen

Zusätzlich könne sich die Produktionsmenge erhöhen, wenn wie geplant der Hersteller Biontech im kommenden Monat an einem neuen Standort in Marburg die Produktion starte. In dem früheren Werk des Herstellers Novartis könne das Mainzer Unternehmen die Impfstoffproduktion massiv ausbauen. „Das führt zu früheren Lieferungen bestellter Dosen.“

Es handele sich um einen Rekord beim Aufbau einer solchen Produktionsstätte. Normalerweise dauere dies ein bis zwei Jahre. „In diesem Fall wären es dann wenige Monate.“ Zuständig für die Genehmigung der Produktion sei das Land Hessen, produziert werde dann dort für den gesamten europäischen Markt. Eine mögliche Förderung des Standortes sei auch Thema in einem Gespräch zwischen Beratungen von Angela Merkel (CDU), Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) gewesen, das nach der Kabinettsitzung stattgefunden habe.

Solche Abstimmungen seien „üblich“ und nicht besonders, betone Spahn. Gestern war dieses Treffen noch als „Impfgipfel“ bezeichnet worden. Die Spekulationen, Spahn werde die Zuständigkeit für das Impfen entzogen, sei demnach falsch. Spahn betonte, dass das Vertrauen zwischen Merkel und ihm auch in der besonderen Krisenlage groß sei – nach dem Motto: „unter Stress vertrauen“.

Die Kanzlerin hatte nach den Bund-Länder-Beratungen zur Verlängerung des Lockdowns am Dienstagabend gesagt, Spahn mache „einen prima Job“. Die Frage, ob Spahn noch ihr volles Vertrauen genieße, stelle sich „überhaupt nicht“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

Das Ziel der Bundesländer bis spätestens Mitte Februar die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sowie das medizinische Personal zu impfen, hält Spahn für ein gutes „Zwischenziel der Kampagne“. Er warb erneut bei Pflegekräften und Ärztinnen und Ärzten für die Impfung. © bee/dpa/aerzteblatt.de

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