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Medizin

Studie: Gesunde Ernährung und Lebensstil beugen Refluxösophagitis vor

Mittwoch, 20. Januar 2021

/medistock, stock.adobe.com

Boston – Ein normales Körpergewicht, eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung, der lebenslange Verzicht auf das Rauchen und die Vermeidung von Getränken, die die Schleimhaut reizen, können nach den Ergebnissen einer prospektiven Beobachtungsstudie in JAMA Internal Medicine (2021; DOI: 10.1001/jamainternmed.2020.7238) das Risiko auf eine gastro-ösophageale Refluxkrankheit um 50 % senken. Auf die genannten Risikofaktoren könnten in den USA mehr als 1/3 aller Erkrankungen zurückgehen.

Der gastro-ösophageale Reflux (GERD) hat sich in den letzten Jahren zu einer Volkskrankheit entwickelt. In den USA klagen fast 30 % über schmerzhaftes Sodbrennen, das der wesentliche Risikofaktor für den Barrett-Ösophagus und damit eine wichtige Krebsursache ist. Ärztlicherseits wird häufig zu einer Ände­rung des Lebensstils geraten, doch ein Beweis, dass die Erkrankung dadurch verhindert werden kann, steht aus.

Ein Team um Andrew Chan vom Massachusetts General Hospital in Boston hat hierzu jetzt die Daten der Nurses’ Health Study 2 ausgewertet, die zu den großen prospektiven Beobachtungsstudien gehört, mit der sich Krankheitsrisiken am ehesten ermitteln lassen.

Die Nachfolgestudie der Nurses’ Health Study begleitet seit 1989 116.671 Krankenschwestern, die seit­her 2 Mal im Jahr einen detaillierten Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Sie geben außerdem regelmäßig Auskunft zu ihrem Lebensstil, beispielsweise alle 4 Jahre zu ihrer Ernährung. In den Jahren 2005 bis 2017 wurden sie mehrmals zu GERD oder zu Sodbrennen befragt.

Von den fast 42.955 Frauen, die anfangs im Alter von 42 bis 62 Jahren noch keine Beschwerden hatten, sind mittlerweile 9.281 an GERD erkrankt. Chan setzte die Erkrankung mit 5 möglichen protektiven Faktoren in Beziehung. Neben der Hazard Ratio, die das individuelle Risiko ermittelt, errechnen die Forscher auch das attributable Risiko für die Bevölkerung („population-attributable risk“, PAR), das ist der Anteil der Erkrankungen, der in der Bevölkerung auf die einzelnen Risikofaktoren zurückzuführen ist.

Den größten Einfluss hatte ein normales Körpergewicht. Ein Body-Mass-Index von 18,5 bis 24,9 kg/m2 war bei den Teilnehmerinnen der Studie mit einem um 31 % verminderten Erkrankungsrisiko verbunden (Hazard Ratio 0,69). Diese Berechnung berücksichtigt den Einfluss einiger Erkrankungen wie dem Diabetes und auch die Einnahme von Protonen-Pumpen-Inhibitoren, die heute zur Behandlung von GERD eingesetzt werden.

Wenn alle Frauen in den USA ein normales Körpergewicht hätten, gäbe es nach den Berechnungen von Chan 19 % weniger Erkrankungen an GERD. Den zweitgrößten Einfluss auf Bevölkerungsebene hatte die körperliche Aktivität: Mehr als 30 Minuten mittlerer bis starker Aktivität am Tag (beispielsweise forciertes Gehen) könnte 8 % der Erkrankungen vermeiden. Die einzelnen Personen könnten ihr Risiko um 9 % senken (Hazard Ratio 0,91).

Eine gesunde Ernährung (Top 40 % der empfohlenen Kost) erzielte eine PAR von 7 % und eine Hazard Ratio von 0,87, also eine Senkung des individuellen Risikos um 13 %. Für die Beschränkung von Tee, Kaffee und kohlensäurehaltigen Getränken auf weniger als 2 Becher am Tag ermittelt Chan eine PAR von 4 % und eine Hazard Ratio von 0,92. Der lebenslange Verzicht auf das Rauchen ergab eine PAR von 3 % und eine Hazard Ratio von 0,94.

Eine Krankenschwester, die alle 5 Kriterien erfüllt, kann nach den Berechnungen von Chan ihr Erkran­kungs­risiko um die Hälfte senken (Hazard Ratio 0,50). Die PAR betrug 37 %. Ein gesunder Lebensstil der Bevölkerung könnte danach mehr als 1/3 der Erkrankungen vermeiden.

Für die meisten Aspekte war eine protektive Wirkung bereits vermutet worden. Neu ist die Erkenntnis, dass auch körperliche Aktivität vor Sodbrennen und GERD schützt. Chan vermutet, dass körperliche Aktivität die Mobilität im Verdauungstrakt fördert und dafür sorgt, dass der saure Magensaft nach unten in den Darm befördert wird und nicht nach oben in die Speiseröhre. © rme/aerzteblatt.de

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