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Politik

Coronaimpfstoffe: Viele Antworten auf wichtige Fragen bereits aufbereitet

Samstag, 9. Januar 2021

/Screenshot DÄ

Berlin – Zu den allermeisten Fragen über die zugelassenen Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 ha­ben die Behör­den bereits online Antworten aufbereitet. Darauf haben heute Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) und Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), bei einer Fragerunde für Ärzte und Apotheker hingewiesen.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hatte heute in einem Livestream den Austausch mit Ärz­ten und Apothekern in Deutschland über die Coronaschutzimpfung gegen COVID-19 fortgesetzt. „Aufgrund der hohen Bedeutung des Themas sowie der Vielzahl an Fragen, die uns dazu erreichten, möchte ich den fachlichen Austausch nach Beginn der Verimpfung gerne mit Ihnen fortsetzen“, hatte sich der Minister mit einer Einladung an die Ärzte gerichtet.

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Wieler nannte in der Diskussionsrunde heute die Internetseite www.zusammengegencorona.de und die App der Ständigen Impfkommis­sion (STIKO) als zuverlässige Quellen, um sich zu informieren. Dort seien je­weils „viele“ wichtigen Informationen verfügbar. Er sprach von einer „Holpflicht“ auf Seiten der Ärzte. Cichutek betonte, es gebe zu den beiden zugelasse­nen Impfungen auch ausführliche Fachinformationen auf der Seite des PEI.

Spahn rief die Ärzte und Apotheker dazu auf, sich diese Fachinformatio­nen ge­nau anzuschauen. Er werbe dafür, dass sich alle, die die Fachinformationen verstehen könnten, sich diese anschauen und sich auf dem aktuellen Stand halten. Spahn betonte, es gehe auch darum, die Informationen richtig einzuord­nen. Das machten Ärzte und Apotheker aber ohnehin jeden Tag.

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), wies drauf hin, dass die aktuellen Impfempfehlungen gestern aktualisiert worden sind. Er bat alle, die sich interessieren, „bitte auch ins Ori­ginal hineinzuschauen“. „Dann wird auch klar, unter welcher Logik die STIKO die Empfehlungen erar­beitet hat“, appellierte Mertens.

Der STIKO-Chef wiederholte einige Details aus den Empfehlung der STIKO von gestern. Darin spricht sich die STIKO eindeutig dafür aus, sich bei den zeitlichen Abläufen für die Impfungen genau an die Vorgaben aus der Zulassung zu halten. Eine zeitliche Streckung über den Rahmen der Zulassungsstudien hinaus, wie es etwa Großbritannien mache, gäben die Daten nicht her, sagte Mertens. „Ein weiteres Ver­schieben der zweiten Impfung halten wir derzeit nicht für verantwortbar.“

Bundesge­sund­heitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte an, Deutschland werde sich der STIKO-Empfeh­lung anschließen. PEI-Chef Chichutek zeigte sich in der Runde „froh“, dass man sich in Deutschland an die Vorgaben der Zulassung halten werden. Es brauche wissenschaftliche Evidenz für politische Ent­schei­dungen. Auch Wieler sagte, man müsse sich nach den wissenschaftlich verfügbaren Daten halten. Das sei das entscheidende.

Die Debatte um die zeitliche Streckung für eine Verabreichung der Impfung war im Zuge des knappen Impfstoffes aufgekommen. Einige Länder setzen sich dabei über die Vorgaben aus der Zulassung hinweg. In der Wissenschaft gibt es Befürworter und Kritiker der Streckung. Der Hersteller Biontech hatte davor gewarnt, von den Zulassungsvorgaben abzuweichen.

Mertens lenkte ein Augenmerk heute auch auf eine neue „Öffnungsklausel“ in den STIKO-Empfehlungen (siehe Hinweise zur praktischen Umsetzung). Diese besage, dass Ärzte in bestimmten Fällen für bestim­mte Pa­tien­ten eine „Individualentscheidung“ treffen und diese Patienten selbst in eine der Priorisie­rungs­­grupp­en einordnen könnten. Grund sei, dass bei der Priorisierung innerhalb der COVID-19-Impf­empfeh­lung nicht alle Krank­­heits­bilder oder Impfindikationen berücksichtigt werden könnten.

Der STIKO-Vorsitzende betonte auf die Frage, ob schwer Kranke wie etwa Krebspatienten geimpft wer­den können, dass es zu medizinischen Zuständen und schweren Erkrankungen keine Daten gebe, weil diese Patienten aus den Zulassungsstudien ausgeschlossen worden seien.

In der afrikanischen Kohorte seien allerdings HIV-Infizierte mit geimpft worden. Es habe bei diesen keine Probleme gegeben. Die STIKO sehe grundsätzlich derzeit keinen bestimmten Grund gegen eine Corona­impfung von schwerkranken Patienten, so Mertens.

Er betonte zugleich, man wissen aber nicht, inwieweit die Impfung wirksam zu einem Schutz führe. Es sei davon auszugehen, dass die Impfung ab einer bestimmten Immunsuppression nicht mehr so wirksam sei. Mertens sprach von einer graduellen Abstufung der Wirksamkeit.

Spahn und Wieler wiederholten heute erneut die Bedeutung von Ärzten und Apothekern für die Bekäm­pfung der Pandemie. Diese spielten eine wichtige Rolle bei der Information über Impfungen gegen SARS-CoV-2. Auch bei der ersten Runde hatte er die Ärzte um Unterstützung beim Impfen gegen SARS-CoV-2 gebeten.

Die Runde mit dem Titel „Ihre Fragen zur Corona-Schutzimpfung“ war das zweite Treffen, zu dem Spahn eingeladen hat. Bereits am 5. Dezember hatten Cichutek, Wieler und Spahn sich Fragen von Ärzten und In­teressierten gestellt. Spahn kündigte heute eine spezielle Fragerunde für Pflegekräfte an. Hintergrund seien eine nicht aus­reichende Impfbe­reitschaft und Vorbehalte beim Impfen unter Pflegekräften, vor allem in der Alten­pflege.

Erst ver­gangene Woche hatte Spahn auch seinen Appell an Ärzte erneuert, sich selbst gegen SARS-CoV-2 impfen zu lassen. Er sprach von einer Frage der Vernunft, denn die Impfung sei der Schlüssel raus aus der Pandemie. Darüber hinaus trügen Ärzte und Pflegekräfte eine doppelte Verantwortung. Wer im Ge­sund­heits­wesen arbeite, habe für sich und besonders Verwundbare eine besondere Verantwortung, sagte der Minister. Sie hätten darüber hinaus eine Vorbildfunktion.

Bei den anstehenden Impfungen gegen SARS-CoV-2 haben Ärzte eine Schlüsselrolle. Das betonten ver­schiedene Experten auch bereits bei einem Onlinesymposium des Deutschen Ärzteverlages in Koopera­tion mit dem Deutschen Ärzteblatt Anfang Dezember. © may/aerzteblatt.de

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Notfallmedizin1
am Montag, 11. Januar 2021, 18:48

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