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AOK-Bericht: Häusliche Krankenpflege macht die meisten Abrechnungsfehler

Donnerstag, 7. Januar 2021

/dpa

Berlin – Die elf Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) haben in den vergangenen zwei Jahren rund 37 Millionen Euro aus mehr als 9.000 Abrechnungsbetrugsfällen erstritten. Das waren zehn Millionen Euro mehr als in den Vorjahren, wie aus dem heute veröffentlichten Tätigkeitsbericht der Arbeitsgruppen zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen des AOK-Bundesverbands hervorgeht.

Auffällig sei besonders der Anstieg an Betrugsfällen bei den Pflegeleistungen: Im Vergleich zum Bericht der Jahre 2016 und 2017 sei die zurückgeforderte Summe um fast 70 Prozent gestiegen, von 7,5 Millio­nen auf 12,69 Millionen Euro. Der überwiegende Teil davon, genauer 9,78 Millionen Euro, stamme dem Bericht zufolge aus Fehlverhaltensfällen in der Häuslichen Krankenpflege.

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Weitere 8,78 Millionen Euro waren Gelder aus Arzneimittelregressen. Darauf folgen die Bereiche Heil­mittel (4,46 Millionen Euro) und Krankenhausbehandlung (3,81 Millionen Euro). Das Geld sei „direkt wieder der Kranken- und Pflegeversicherung zurückerstattet“ worden, so der Bundesverband.

Erstmalig führt die Krankenkasse zudem die Verursacher der Betrugsfälle in ihrem Bericht auf. Demnach waren Erbringer häuslicher Krankenpflege für die meisten Neufälle in 2018 und 2019 verantwortlich (mehr als 1.700 Fälle). An zweiter Stelle lagen Hilfsmittelerbringer mit etwa 1.500 Fällen.

Mehr als 1.200 Fälle verfolgten Apotheken als Verursacher. Ärztlichen Leistungserbringern wurden rund 900 Neufälle zugeordnet, Heilmittelerbringern knapp 800 Fälle. Am seltensten wurden die Erbringer von Rehabilitations- und Vorsorgeleistungen mit Betrugsfällen in Verbindung gebracht.

Insgesamt seien in den Berichtsjahren 2018 und 2019 fast 15.300 Fälle verfolgt worden. Davon waren rund zwei Drittel Neufälle (62 Prozent) und ein Drittel Bestandsfälle (38 Prozent). Bei mehr als 1.500 neuen Fällen (16 Prozent) wurde die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf strafbare Handlungen eingeschaltet. Etwa 9.000 Fälle wurden bis Ende des Jahres 2019 abgeschlossen.

„Wir müssen jedoch von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgehen“, sagte Volker Hansen, Aufsichts­ratsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes für die Arbeitgeberseite. Der Gesamtschaden, der durch die Prüfungen nicht verhindert werden konnte, belaufe sich der AOK zufolge auf circa 96 Millionen Euro.

Um die solidarischen Sozialsysteme vor „Korruption, Abrechnungsbetrug und –manipulationen“ zu schützen, bräuchte es mehr Schwerpunktstaatsanwaltschaften und Zentralstellen für Straftaten im Gesundheitswesen, hieß es in der Mitteilung des Bundesverbands.

In acht Bundesländern hätten sich solche Schwerpunktstaatsanwaltschaften bereits bewährt, erläuterte Knut Lambertin, Aufsichtsratsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes für die Versichertenseite. „Damit können potenzielle Betrugsfälle noch nachhaltiger erkannt und bearbeitet werden“, sagte er. © jff/aerzteblatt.de

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