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Ausland

EU-Kommission sichert sich weitere Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer

Freitag, 8. Januar 2021

/picture alliance, Francisco Seco, AP

Brüssel – Die EU-Kommission hat einen Vertrag über weitere bis zu 300 Millionen Dosen des Corona­impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer abgeschlossen. 75 Millionen Dosen davon sollten bereits im zweiten Quartal 2021 zur Verfügung stehen, sagte EU-Kommissionschefin Ursu­la von der Leyen heute in Brüssel. Der Rest folge bis Jahresende.

Der neue Vertrag folgt auf Klagen über Knappheit von Impfstoff in Deutschland und anderen EU-Staaten. Sowohl Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) als auch die EU-Kommission standen in der Kritik.
Das Biontech/Pfizer-Präparat war am 21. Dezember 2020 als erster Coronaimpfstoff in der EU zugelassen worden. Am vergangenen Mittwoch wurde auch das Mittel des US-Herstellers Moderna genehmigt.

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Bereits im November hatte die EU-Kommission für alle 27 Staaten bis zu 300 Millionen Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer bestellt – eine feste Bestellung von 200 Millionen Dosen und eine Option auf 100 Millionen weitere, die vor kurzem gezogen wurde. Sowohl Biontech als auch die EU-Kommission hatten zuletzt bestätigt, dass über weitere Lieferungen verhandelt werde.

Die EU-Kommission hatte sich stets gegen die Kritik an einem Impfstoffmangel gewehrt. Die Zahl der Impfstoffe reiche aus, die Mittel müssten jedoch erst produziert werden, betonte ein Sprecher. Die Impf­kampagne habe gerade erst begonnen. Im Moment seien nicht die Zahl der Bestellungen, sondern die Pro­duktionskapazitäten der Unternehmen der Flaschenhals, hieß es aus der Brüsseler Behörde.

In Deutschland wird derzeit an einem neuen Produktionsstandort von Biontech in Marburg gearbeitet. Wenn dieser wie geplant im Februar in Betrieb gehe, dann könne das Unternehmen die Impfstoffproduk­tion massiv ausbauen, sagte Spahn jüngst. „Das führt zu früheren Lieferungen bestellter Dosen.“

Aus Kommissionskreisen hieß es dazu, signifikante Steigerungen für die nähere Zukunft seien nur über eine Ausweitung der Produktionskapazitäten darstellbar. Daran arbeite man mit Biontech/Pfizer. Erst die neue Fabrik in Marburg habe die heutige Verdoppelung des Vertrags ermöglicht.

Neben Biontech/Pfizer gibt es bereits Rahmenverträge mit fünf weiteren Herstellern. Inklusive des neu­en Vertrags mit Biontech/Pfizer kann die EU nun insgesamt mehr als zwei Milliarden Dosen beziehen. Von Moderna hat die EU-Kommission bis zu 160 Millionen Dosen gesichert, 50 Millionen davon stehen nach Angaben des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) vertraglich Deutschland zu.

Ein Sprecher des BMG wies heute darauf hin, dass in diesem Jahr insgesamt rund 80 Millionen Impfstoff­dosen von Moderna und Biontech/Pfizer in der Bundesrepublik ankommen sollen. Da pro Impfung zwei Injektionen notwendig sind, würde diese Menge für 40 Millionen Menschen hierzulande reichen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zitierte das BMG gestern allerdings mit 50 Millionen Dosen von Moderna und 64 von Biontech.

Dass die USA deutlich mehr Impfstoff von Biontech erhalten, war in den vergangenen Tagen mehrfach berichtet worden. Aus Kreisen der EU-Kommission hieß es heute, die USA hätten im Juli 100 Millionen Dosen bei Pfizer/Biontech bestellt und eine Option auf weitere 500 Millionen. Davon hätten die USA am 23. Dezember aber nur 100 Millionen Dosen gezogen. Damit würden die Amerikaner bis Juli 2021 also nur 200 Millionen Dosen erhalten.

© dpa/may/aerzteblatt.de
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