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Politik

Prüft Spahn Möglichkeit einer Kanzlerkandidatur?

Freitag, 8. Januar 2021

/picture alliance, Christoph Soeder

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat Berichten zufolge in den vergangenen Wo­chen seine Chancen auf die Kanzlerkandidatur ausgelotet. Wie der Spiegel und die Bild heute überein­stimmend berichteten, führte er viele Telefonate mit einflussreichen CDU-Politikern. Im Rennen um den CDU-Vorsitz bildet Spahn ein Team mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet – Parteichef soll Laschet werden.

Der Spiegel berichtete unter Berufung auf „ein halbes Dutzend CDU-Mitglieder“, Spahn habe sich in Tele­fonaten an Landtagsabgeordnete, Fraktionskollegen und Landesfunktionäre gewandt, um deren Haltung zu einer möglichen Kanzlerkandidatur von ihm zu ergründen. Er habe dies auch „mit Hinweis auf seinen eigenen Umfragestatus als beliebtester Politiker Deutschlands“ getan.

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Zuvor habe Spahn bereits versucht, seinen Teampartner Laschet über Umwege zur Aufgabe der Vorsitz­kan­di­datur zu seinen eigenen Gunsten zu bewegen, berichtete der Spiegel weiter. Nicht nur junge Ab­geord­nete, auch Parteivize Volker Bouffier habe gegenüber Laschet die Idee eines möglichen Rollen­tauschs ins Spiel gebracht. Dieser habe jedoch abgelehnt.

Auch die Bild berichtete über Telefonate Spahns mit wichtigen Parteikollegen. Der Gesundheits­minister habe dabei gesagt, dass er über eine Kanzlerkandidatur auch dann nachdenke, wenn Laschet den CDU-Vorsitz übernehmen sollte.

Ein Vorsitzender eines CDU-Landesverbandes sagte der Zeitung, Spahn denke „sehr offen darüber nach, zu kandidieren, und sagt das in Gesprächen auch ganz eindeutig“. Einen CDU-Landesfraktionschef zitier­te die Zeitung mit den Worten:

„Jens Spahn hat mir gegenüber klargemacht, dass er für eine Kanzlerkandidatur offen ist, wenn seine Umfragewerte im März wesentlich besser sind als die von Laschet.“ Ein Sprecher des Bundesgesund­heits­ministerium erklärte laut Spiegel, Spahn tausche sich ständig mit Parteimitgliedern aus.

„Dabei geht es selbstverständlich auch um die Stimmung vor dem Parteitag, die Unterstützung für das Team mit Armin Laschet und die beste Aufstellung von CDU und CSU für das Wahljahr.“

Die Bild zitierte die gleiche Erklärung. Auf die Frage, ob Spahn in Telefonaten seine Chancen auf eine Kanzlerkandidatur sondiert habe, sagte der Sprecher demnach: „Nein, das stimmt nicht.“ © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #745246
Andre B.
am Montag, 18. Januar 2021, 13:46

Jens Spahn kanns einfach nicht lassen

Der Spiegel und apotheke-adhoc.de berichteten vor wenigen Tagen über die direkte Einmischung von Jens Spahn in Beschaffung von Schutzausrüstung durch das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG).

Dazu ein Auszug von Apotheke-Adhoc:

"Auch der Bund bestellte Anfang März – laut Bericht soll es zuvor direkten Kontakt zu Spahn gegeben haben: „Per Smartphone sollen die Emix-Emissäre dem Minister persönlich Maskenangebote unterbreitet haben. Und schon vor den Verhandlungsrunden, so heißt es, habe Spahn der Emix gegenüber Aussagen gemacht, die den Spielraum eingrenzten“, schreibt der „Spiegel“. Spahn habe sich zugunsten der Firma in die Beschaffung eingemischt: „Emix hingegen hatte offenbar das Ohr des Ministers – und seine Handynummer.“

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/jens-spahn-die-lobbyistin-und-schweizer-schnoesel-skandal-um-ueberteuerte-corona-masken-a-00000000-0002-0001-0000-000174874865 & https://www.apotheke-adhoc.de/nc/nachrichten/detail/politik/spahn-die-lobbyistin-und-die-graumarkt-kids/
Avatar #621415
najtt
am Dienstag, 12. Januar 2021, 10:00

:))

Vielen Dank. In diesem Zusammenhang darf ich ergänzend einen Literaturhinweis erwähnen:
"Die Macher hinter den Kulissen" von Hermann Ploppa. Da steht sehr verständlich und mit vielen Quellen belegt drin, warum das so ist, dass Menschen wie Herr Spahn bei uns darauf hoffen dürfen, Bundeskanzler zu werden... Viel Spaß beim Lesen.
Avatar #745246
Andre B.
am Dienstag, 12. Januar 2021, 08:14

@blatt - Richtig ... eigentlich ganz einfach

Ihre Vorschläge wirklich in allen Ehren, aber was die Umsetzung dessen betrifft, so bleibt dies leider nicht mehr als blanke Utopie!

Von Rücktritt war in meinen Äußerungen übrigens auch keine Rede, sondern Herr Spahn hätte aufgrund seiner beruflichen Vorgeschichte dieses Amt gar nicht erst antreten dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
André B.
Avatar #13
blatt
am Dienstag, 12. Januar 2021, 07:52

Nun,

man muss natürlich schauen und transparent darstellen, wie industrienah Politiker sind. Aber Infos von vor 7 Jahren zu nehmen und dann noch den Ehemann in Sippenhaft zu nehmen (müssen jetzt alle Politiker, deren Ehemänner oder -frauen industrienah arbeiten, zurücktreten)...ein bisschen einfach
Avatar #745246
Andre B.
am Dienstag, 12. Januar 2021, 00:43

@penangexpag - Unbegreiflich

Mit gesundem Menschenverstand ist nicht wirklich erfassbar, wie Sie einem ehemaligen(?) Pharmalobbyisten noch Fahne schwenkend Unmengen an verbalen Blumensträußen überreichen können, zumal sein Lebenspartner noch immer in diesem Bereich aktiv ist und dabei völlig unklar ist und bleibt, in welchem Umfang Herr Spahn bis zum heutigen Tage darin involviert ist. >>> https://www.lobbycontrol.de/search/jens+spahn/ & https://lobbypedia.de/wiki/Jens_spahn

Dieser Mann sollte ganz allgemein in der Politik und BESONDERS im Gesundheitssektor keinerlei Existenz und Handlungsberechtigung haben dürfen!
Avatar #88255
doc.nemo
am Montag, 11. Januar 2021, 11:32

Welche Alternativen gibt es, Herr Dr. Wagner?

Was wählen, wenn nur Pocken, Pest und Cholera zur Auswahl stehen? Den bayerischen Despoten etwa, dem sein Volk zu Füßen liegt und ihm die Stiefel küsst, weil er es einsperrt und knechtet? Ein strahlendes Vorbild für ganz Deutschland? Als Protestwahl ist Herr Sonneborn mangels Prozenten keine echte Alternative. Welche Alternative ist aber dann eine Alternative? Oh nein, bitte nicht! Hat jemand andere Ideen? Partei der bibeltreuen Christen vielleicht?
Avatar #691008
Dr. André Wagner
am Montag, 11. Januar 2021, 09:54

Davor möge uns der Herrgott bewahren

Was zu befürchten war: Ein Mann will unbedingt nach oben. Das Ministerium ist ihm egal (ich meine die Fachrichtung), Hauptsache, er kann seinen Willen zur Macht umsetzen. Da kann man nur noch Martin Sonneborn wählen...
Avatar #760232
penangexpag
am Freitag, 8. Januar 2021, 19:04

Aussichtsreich

Jens Spahn hat - jedenfalls soweit man das in der Öffentlichkeit beurteilen kann - zu erkennen gegeben, daß er weiß : Politik ist nicht das Predigen von angeblich ewigen Wahrheiten, sondern Versuch und Irrtum auf der Basis der verfügbaren rationalen Erkenntnisse. Nicht daß nur er das begriffen hätte, aber ihm könnte man zutrauen, daß er das auch in politische Handeln umsetzt. Notfall auch gegen den emotionalen Mainstream.
Ihm dürfte klar sein, daß es zwar eines Grundkonzeptes bedarf, aber immer auch ein eine flexile Anpassung an die zeitabhängige Wahrheit des Lebens notwendig ist. Solchermaßen ist er ein aussichtsreicher Kanzlerkandidat. Er könnte, falls ihm der Weg in das Kanzleramt gelingt, zwar ohne Zweifel eine schwierige Lernphase absoviern müssen. Aber wenn er - still und ganz für sich - eine nüchterne Bilanz ziehen würde, wo Frau Merkel richtig und wo sie falsch lag, dann würde sein Weg erfolgreich weitergehen. Seine Kandidatur würde zugleich die SPD daran erinnern, ihre Traumtänzerei aufzugeben. Beides zusammen könnte uns zum Wohle gereichen.
LNS
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