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Ärzteschaft

KBV für möglichst schnelle Coronaimpfungen in Praxen und gegen Impfpflicht

Mittwoch, 13. Januar 2021

/dpa

Berlin – Sobald es möglich ist, sollten die Coronaimpfungen dezentral in den Arztpraxen erfolgen. Dafür sprach sich heute Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), aus. Handhabbare Impfstoffe in ausreichender Menge vorausgesetzt, könnten dann in „wenigen Wochen“ mehrere Millionen Menschen geimpft werden. Eine Impfpflicht lehnt der KBV-Vorstand ausdrücklich ab.

Die derzeit laufenden zentralen Impfungen in den Impfzentren der Bundesländer würden aus verschie­de­nen Gründen „keine langfristige Lösung“ darstellen, so Gassen. Solange man dieses Modell noch an­wende, müsse verstärkt darauf geachtet werden, „handhabbare Kohorten“ zu den Impfterminen einzu­laden – andernfalls drohten Kapazitätsprobleme bei den zuständigen Callcentern der Länder. Die KBV selbst baue die Leitungskapazität der 116117, welche stark als erste Informations- und Anlaufstelle ge­nutzt wird, stetig aus.

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Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, betonte, die Praxen stünden zur Durchführung von bis zu einer Million Coronaimpfungen pro Tag bereit, sobald ein geeigneter Impfstoff stetig in entsprechenden Mengen lieferbar sei. An den Impfungen könnten sich dann auch Arztgruppen über die Hausärzte hinaus beteiligen.

Mit den bislang vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) bekanntgegebenen gesicherten Liefermen­gen der zugelassenen Impfstoffe von Biontech und Moderna könne man in den Impfzentren bis März die Impfung von etwa sechs Millionen Menschen ermöglichen. Allein der Priorisierungstufe 1 würden aber circa 8,6 Millionen angehören – insofern gelte es, die „Erwartungshaltung“ richtig zu managen.

Die Diskussion um eine Impfpflicht für Gesundheitsberufe bezeichnete Hofmeister als „unnötig und kon­traproduktiv“. Auch Gassen lehnte eine solche Pflicht ausdrücklich ab. Eine gute Durchimpfung werde man auch ohne Zwang erreichen.

Gegen die zum Teil skurrilen Vorwürfe und Bedenken bezüglich der SARS-CoV-2-Impfstoffe solle mit seriöser Aufklärung angegangen werden; etwa durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). © aha/aerzteblatt.de

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