szmtag Klimagipfel „One Planet Summit“ will Artenschutz stärken
NewsAuslandKlimagipfel „One Planet Summit“ will Artenschutz stärken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Klimagipfel „One Planet Summit“ will Artenschutz stärken

Montag, 11. Januar 2021

/j-mel, stock.adobe.com

Paris – Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs Inves­titionen in den Klimaschutz vorantreiben. Beim „One Planet Summit“ in Paris werden neben Bundes­kanz­lerin Angela Merkel (CDU), dem britische Premier Boris Johnson, UN-Generalsekretär Antonio Guter­res oder EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auch Topverantwortliche von internationalen Organisationen erwartet.

Sie werden wegen der COVID-19-Pandemie hauptsächlich per Video zugeschaltet. Frankreich richtet das Treffen gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Weltbank aus. Die Coronapandemie habe die in­ternationale Diplomatie und internationale Anstrengungen beim Klima­schutz erheblich gestört, hieß es vor dem Gipfel aus Élyséekreisen. Deshalb müsse man in diesem Bereich nun wieder verstärkt aktiv wer­den.

Anzeige

Die Themen Wüstenbildung, Klimawandel und die Erhaltung der biologischen Vielfalt müssten gemein­sam betrachtet und angegangen werden. Der Erhalt der Natur seie enorm wichtig, denn die Schäden an den Ökosystemen seien „beispiellos“ und hätten große Auswir­kungen auf unsere Gesellschaften.

Auf der Agenda der Konferenz steht daher vor allem das Thema Biodiversität und der Schutz von Öko­systemen. Dabei soll es vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie auch um Pandemieprävention in Verbindung mit Artenschutz gehen. Ziel ist es, Verpflichtungen für konkrete Maßnahmen zum Erhalt und zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt einzugehen. Der Erhalt der Artenvielfalt sei eine Art „kollektive Lebensversicherung“, hieß es weiter aus Élyséekreisen.

Am Vormittag ist außerdem speziell die Finanzierung der Großen Grünen Mauer der Sahara Thema. Bei dem Projekt sollen über Tausende Kilometer Bäume wie ein grünes Band in der Sahelzone gepflanzt werden. Diese Mauer soll die Ausbreitung der Sahara und somit der Wüstenbildung stoppen. Damit soll auch gegen Hungersnöte und Dürre in der Region gekämpft werden. Für dieses Projekt sollen nun Ély­sée­kreisen zufolge zehn Milliarden Euro zusammenkommen.

Es soll außerdem an einer wissenschaftlichen Initiative gearbeitet werden, die sich mit der Prävention gegen neue Pandemien, die von Tieren auf den Menschen überspringen, befasst. Durch die Zerstörung von Ökosystemen und den Eingriff des Menschen in die Natur kommen bislang voneinander getrennt­lebende Arten in Kontakt. Die Gefahr der Übertragung von Krankheiten von Tieren auf den Menschen wächst. Die neue Initiative zielt darauf ab, bestehende Projekte und Programme zu bündeln und zu ergänzen.

Dem Vernehmen nach will Frankreichs Präsident Macron ankündigen, dass in Frankreich und den fran­zösischen Überseegebieten 30 Prozent der Land- und Meeresflächen geschützt werden sollen. Dies soll bereits 2022 erreicht werden. Ziel des Gipfel ist es außerdem, weitere Länder dazu zu bewegen, sich diesem Plan anzuschließen. Es wird außerdem erwartet, dass der britische Thronfolger Prinz Charles eine neue Initiative für den Naturschutz ankündigt.

„Eine intakte Natur ist der Schlüssel für die menschliche Gesundheit. Es ist sehr begrüßenswert, dass diese Erkenntnis jetzt auch auf der höchsten politischen Ebene angekommen ist“, betonte Eberhard Brandes vom WWF Deutschland.

„Dass wir die intakte Natur für ein gesundes Leben brauchen, hat uns nicht zuletzt die Coronapandemie schmerzlich vor Augen geführt. Ein überspringender Virus vom Wildtier zum Menschen war schließlich der Auslöser der aktuellen Pandemie.“ Der WWF fordert, dass sich die Bekenntnisse des Gipfels nicht nur in mehr finanzieller Unterstützung für den Naturschutz, sondern in konkreten Gesetzgebungen widerspiegeln.

Der „One Planet Summit“ war von Frankreich, der Weltbank und den Vereinten Nationen ins Leben geru­fen worden – bisher gab es Treffen in Paris 2017, New York 2018 und Nairobi 2019. Ziel ist es, die Um­set­zung des Pariser Klimaabkommens zu beschleunigen. Der Gipfel hätte eigentlich bereits im Sommer in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille stattfinden sollen, wurde aber wegen Corona verschoben.

Paris sieht den „One Planet Summit“ nun als Auftakt für diverse Klima-Treffen, die in diesem Jahr statt­finden – allen voran der Klimagipfel in Glasgow im November. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER