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Ausland

England: Einreise nur mit Coronatest und Pflichtquarantäne

Dienstag, 12. Januar 2021

/picture alliance, Bildagentur-online, Ohde

London – Einreisen nach England sind bald nur noch mit einem negativen Coronatest möglich. Die neue Regel soll am Freitag (4 Uhr Ortszeit; 5 Uhr MEZ) in Kraft treten und auch für britische Staatsbürger gel­ten, wie das Verkehrsministerium in London mitteilte.

Der Test darf demnach bei Verlassen des Herkunfts­landes höchstens 72 Stunden alt sein und muss be­reits vor Abreise von der Airline, Bahngesellschaft oder dem Schiffsbetreiber kontrolliert werden.

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Unabhängig vom Testergebnis müssen sich zudem alle Einreisenden für zehn Tage in Quarantäne be­geben. Ausnahmen von der Testpflicht gelten unter anderen für Kinder bis zehn Jahren Passagiere, die aus anderen Teilen des Vereinigten Königreichs einreisen, sowie Lkw-Fahrer.

Dadurch soll der Warenfluss sichergestellt werden. Britischen Staatsbürgern, die sich nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt haben, ist eine Heimreise ausdrücklich verboten.

Britische Grenzbeamte sollen dem Ministerium zufolge stichprobenartig kontrollieren, ob die Testregeln eingehalten werden. Bei Verstößen werden demnach mindestens 500 Pfund (umgerechnet 550 Euro) Geldstrafe fällig, zudem sollen auch Transportunternehmen zur Kasse gebeten werden. Medienberichten zufolge ist damit zu rechnen, dass andere Landesteile in den kommenden Tagen ebenfalls ihre Einreise­regeln verschärfen werden.

„Die Regeln werden wahrscheinlich bis zum Ende des derzeitigen Lockdowns gelten“, kündigte der par­la­mentarische Staatssekretär im Verkehrsministrium, Robert Courts an. Allerdings sollten die Maßnahmen schon vorher auf den Prüfstand gestellt werden.

Trotz des harten Lockdowns bewegen sich die aktuellen Coronafallzahlen in Großbritannien weiterhin auf hohem Niveau. Immer mehr COVID-19-Patienten müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Verantwortlich dafür machen die Regierung und Mediziner unter anderem eine neue, wohl noch anste­ckendere Virusvariante, die in Teilen des Königreichs grassiert. Zudem werden die Regeln zur Eindämm­ung des Erregers nicht mehr so konsequent eingehalten.

Unterdessen droht der britische Premierminister Boris Johnson wegen eines möglichen Bruchs der Coro­naregeln unter Druck zu geraten. Der konservative Politiker war am Wochenende mit seinem Fahrrad im Olympia Park im Osten der britischen Hauptstadt gesichtet worden – mehr als elf Kilometer von seiner Dienstwohnung in der Downing Street entfernt.

Nach den Lockdownregeln soll man sich jedoch nur im lokalen Umfeld bewegen. Für Johnson kommt die Debatte zur Unzeit: Angesichts hoher Fallzahlen versucht die Regierung gerade alles, um die Menschen zu besserer Einhaltung der Regeln zu bewegen.

Ge­sund­heits­mi­nis­ter Matt Hancock führte gestern Abend bei einer Pressekonferenz aus, ein ausgedehn­ter Spaziergang über elf Kilometer sei in Ordnung. Die Regierung wollte sich jedoch zunächst nicht dazu äußern, ob Johnson mit dem Rad von seinem Wohnsitz aus zum Olympia-Park gefahren war oder mit dem Auto dorthin gebracht wurde.

Wie weit man sich im Lockdown mit dem Auto von der eigenen Wohnung entfernen darf, war in den ver­gangenen Tagen Thema erbitterter Diskussionen in dem Land gewesen. Anlass war ein Vorfall gewesen, bei dem zwei Frauen mehrere Hundert Euro Strafe von der Polizei aufgebrummt bekamen, weil sie mit dem Auto acht Kilometer weit gefahren waren, bevor sie einen Spaziergang machten.

In Großbritannien breitet sich derzeit mit großer Geschwindigkeit eine neue Variante des Coronavirus aus, die deutlich ansteckender sein soll als die bislang vorherrschende. Vor allem in London stehen die Krankenhäuser unter enormem Druck. Insgesamt starben bereits mehr als 80.000 Menschen in dem Land nach einer Coronainfektion. © dpa/aerzteblatt.de

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