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Drei von vier Pflegende erleben Beeinträchtigung der Versorgungsqualität

Mittwoch, 13. Januar 2021

/picture alliance, Frank Molter

Hamburg – 71 Prozent der Pflegenden erleben derzeit aufgrund der COVID-19-Pandemie eine Beein­träch­tigung der Versorgungsqualität der Pflegebedürftigen. Unter Intensivpflegenden machten 76 Pro­zent diese Aussage.

Das geht aus einer Studie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) hervor, an der sich zwi­schen dem 31. Oktober 2020 und dem 5. Januar 2021 1.062 Pflegende beteiligten. Am ersten Teil der Erhebung beteiligten sich in der ersten Pandemiewelle 1.281 Pflegende.

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„Die Intensivpflegenden gaben im zweiten Teil der Studie an, dass sie grundlegende pflegerische Tätig­keiten derzeit nicht mehr durchführen können“, erklären die Autorinnen der Studie, Uta Gaidys und Anke Begerow, dem Deutschen Ärzteblatt.

„Sie priorisieren diese Tätigkeiten demnach nicht mehr, sondern sie müssen sie rationieren, also weg­fallen lassen.“ Dazu gehörten Körperpflege, Lagerungen, Mundpflege, Maßnahmen zur Verhinderungen von Druck­ge­schwüren, zur Verhinderung von Thrombosen oder auch Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionen.

„Kann die Mundpflege bei beatmeten Patienten nicht mehr durchgeführt werden, kommt es zu Pilzin­fektionen im Mund und zu bakteriellen Infektionen der Lunge“, so Gaidys und Begerow weiter. „Die Kom­munikation mit den Patientinnen und Patienten und auch mit ihren Angehörigen ist eingeschränkt, das erhöht wiederum das Auftreten von Delir. Vor diesem Hintergrund gaben 17 Prozent der Intensivpfle­gen­den an, dass sie in der aktuellen Situation keine Motivation mehr haben.“

84 Prozent der Pflegenden, die an der Umfrage teilnahmen, gaben an, dass sie während der zweiten Pandemiewelle mehr Arbeit hätten als sonst. „Im Zeitraum der ersten Welle hatten nur 26 Prozent der Teilnehmer diese Angabe gemacht“, so Gaidys und Begerow.

Zudem erleben der aktuellen Studie zufolge 70 Prozent aller Pflegenden und 66 Prozent der Intensiv­pflegenden einen Konflikt zwischen ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer eigenen Sicherheit. Die Be­fürch­tung, sich anzustecken und damit auch die eigene Familie anzustecken, sei sehr hoch.

Als besonders belastend empfinden die Pflegenden das Risiko der Ansteckung der eigenen Familie, die körperliche und psychische Erschöpfung, das Leid und das Sterben der Patienten in Einsamkeit, den Personalmangel, die fehlende Teststrategie beim Personal, die Fremdbestimmung der Pflege und das Weiterführen der elektiven Eingriffe. © fos/aerzteblatt.de

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