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Medizin

Morbus Alzheimer: Antikörper erzielt günstige Wirkung in Phase-2-Studie

Mittwoch, 27. Januar 2021

Vermehrte senile Plaques bei Alzheimer Erkrankung/picture alliance, UCSF

Indianapolis – Der monoklonale Antikörper Donanemab, der an bestimmten Beta-Amyloiden im Gehirn bindet, soll in einer Phase-2-Studie Kognition und Alltagsfunktionen von Morbus Alzheimer-Patienten verbessert haben. Dies teilte der Hersteller in einer Pressemitteilung mit. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse steht noch aus.

Die Versuche, den Verlauf des Morbus Alzheimer mit Antikörpern gegen Beta-Amyloide günstig zu beein­flus­sen, sind in den letzten Jahren mehrfach gescheitert. Obwohl die Antikörper in präklinischen Studie die Beta-Amyloide aus dem Gehirn beseitigt hatten, war in klinischen Studie nicht einmal eine Verlangsa­mung der Erkrankung erkennbar.

Mehrere Hersteller brachen die klinische Entwicklung nach enttäuschenden Ergebnissen von Phase 3-Studien ab. Einige Wissenschaftler stellen deshalb infrage, dass die Ablagerungen tatsächlich die Ursache der Erkrankung sind und nicht einfach Folge des Hirnzelluntergangs.

Vor diesem Hintergrund überraschen die Ergebnisse einer Phase-2-Studie zu dem Antikörper Donanemab, die der Hersteller Eli Lilly jetzt in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hat. Der Antikörper bindet an einer Form der Beta-Amyloid-Proteine, die sich bereits zu Plaques abgelagert hat. Dies soll das Immun­system dazu bringen, die Beta-Amyloid-Plaques anzugreifen und aus dem Gehirn zu entfernen.

In präklinischen Studien scheint dies gelungen zu sein. In einem Mäusemodell (Neuron 2012; DOI: 10.1016/j.neuron.2012.10.029) der Erkrankung senkte Donanemab die Amyloidlast bei Mäusen um 50 %. In Kombination mit einem BACE-Inhibitor, der die Neubildung von Plaques verhindern soll, kam es sogar zu einem Rückgang um 80 %, ohne dass der Erfolg durch Mikroblutungen gefährdet wurde.

Nachdem in zwei Phase 1-Studien auch unter höheren Dosierungen keine Sicherheitsprobleme aufgetre­ten waren, hat der Hersteller im Dezember 2017 mit der Phase-2-Studie „TRAILBLAZER-ALZ“ mit 272 Teilnehmern begonnen. Einschlusskriterium war eine leichte Demenz mit einem Score von 20 bis 28 im Mini-Mental-Status-Test (MMSE) beim Nachweis von Plaques in der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit dem Tracer 18F-Flortaucipir.

Laut der aktuellen Pressemitteilung von Lilly ist es in der Studie zu einem Rückgang der Amyloid-Last von 108 Einheiten auf der Centiloid-Skala zu Beginn der Erkrankung auf 84 Einheiten nach 76 Wochen Behand­­lung gekommen. Ein negativer Amyloid-Scan, sprich Normalbefund, läge bei 25 Einheiten vor.

Dies hatte der Pressemitteilung zufolge günstige Auswirkungen auf den klinischen Verlauf der Erkrankung. Primärer Endpunkt war hier die „Integrated Alzheimer's Disease (AD) Rating Scale“ (iADRS). Das häufig in klinischen Studien zum Morbus Alzheimer verwendete Instrument kombiniert die Skalen ADAS-Cog13 zu kognitiven Leistungen und ADCS-iADL, die Einschränkungen im Alltagsleben erfasst. Laut dem Hersteller ist es in der iADRS-Skala relativ zur Placebo-Gruppe zu einer Verlangsamung der Abwärtsbewegung um 32 % gekommen. Nähere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Donanemab erzielte der Pressemitteilung zufolge auch in allen sekundären Endpunkten „konsistente Verbesserungen“, erreichte jedoch nicht bei jedem sekundären Endpunkt eine „nominelle statistische Signifikanz“.

Ob der Antikörper tatsächlich die Situation von Alzheimerpatienten verbessern kann, lässt sich anhand der Ergebnisse einer Phase-2-Studie nicht beurteilen. Entscheidend für eine Zulassung werden die Ergebnisse der Phase 3-Studie TRAILBLAZER-ALZ 2 sein, an der 500 Patienten teilnehmen sollen. Ergebnisse werden für 2024 erwartet. © rme/aerzteblatt.de

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