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Rehakliniken entlasten Krankenhäuser bei COVID-19

Mittwoch, 13. Januar 2021

/juananbarros, stock.adobe.com

Pulsnitz/Leipzig – Angesichts hoher Zahlen schwer erkrankter COVID-19-Patienten werden Sachsens Krankenhäuser inzwischen bei deren Versorgung von Rehakliniken unterstützt. In der aktuellen Phase der Pandemie haben geeignete Einrichtungen vom Ge­sund­heits­mi­nis­terium den Status eines Hilfs­kran­ken­hauses erhalten und Patienten übernommen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Landesarbeitsge­mein­schaft Reha Sachsen (LARS), Carsten Tietze.

Insgesamt 19 Rehakliniken seien für diese Aufgabe bestimmt worden, informierte das Ministerium auf Anfrage. Hauptsächlich handle es sich um Einrichtungen, die mit einem Fachkrankenhaus für neurolo­gi­sche Frührehabilitation verbunden seien. Eine genaue Zahl, wie viele Patienten in solchen Kliniken der­zeit versorgt werden, konnte das Ministerium allerdings nicht nennen.

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Die ersten Coronapatienten sind laut Tietze schon im Dezember von Rehakliniken aufgenommen wor­den, um umliegenden Krankenhäusern zu helfen. „Bei uns ging es vor den Weihnachtsfeiertagen los“, er­klärte der Geschäftsführer zweier Rehakliniken in Pulsnitz (Landkreis Bautzen). Eine dieser Einrichtungen könne als Hilfskrankenhaus durchschnittlich mehr als 50 belegte Betten mit COVID-19-Patienten zur Ent­lastung des Landkreises vorweisen.

„Wenn unsere personellen Ressourcen steigen würden, könnten wir zukünftig auch mehr Patienten über­neh­men“, schilderte Tietze seine Erfahrungen vor Ort. Im Moment fehlten aber Mitarbeiter, da diese teils auch von Corona betroffen seien und sich absondern müssten. „Dadurch wird das ohnehin grundsätzlich bestehende Problem des Fachkräftemangels, vor allem im Pflegedienst, weiter verschärft.“

Nicht alle der rund 30 Rehakliniken in Sachsen erfüllten die Voraussetzung, um akut erkrankte Corona­infizierte übernehmen zu können, sagte Ingo Dörr vom Verband der Privatkliniken in Sachsen und Sach­sen-Anhalt (PKS) in Leipzig. Die personelle und sachliche Ausstattung, darunter invasive Beatmungsge­räte, müssten vorhanden sein.

In den meisten geeigneten Rehakliniken sei es aber nicht nötig, bewusst Betten für Coronapatienten frei zu halten, erläuterte Dörr. „Viele leiden ohnehin unter einem dramatischen Belegungsrückgang, weil ge­plante Operationen in den Akutkrankenhäusern praktisch nicht mehr stattfinden und damit die Nachbe­handlung dann auch entfällt.“

Viele Patienten würden außerdem aus Angst vor Ansteckung ihre Reha verschieben. Der massive Bele­gungs­rückgang habe laut Dörr zur Folge, dass einige Rehakliniken Kurzarbeit beantragen müssten. „Das ist schwer zu vermitteln, dass medizinisches Personal einerseits per Kurzarbeit nach Hause geschickt wird, während anderswo genau dieses durch die Coronakrise händeringend gesucht wird.“

Die Gesetzeslage lasse es aber nicht zu, dass Rehakliniken nicht benötigtes Personal anderen Kranken­häusern oder überlasteten Einrichtungen überlassen. © dpa/aerzteblatt.de

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