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Analyse aus Mecklenburg-­Vorpommern: Schulen sind keine Pandemietreiber

Donnerstag, 14. Januar 2021

/picture alliance, Stefan Sauer

Rostock/Greifswald – Schulen sind nach Erkenntnissen von Medizinern aus Mecklenburg-Vorpommern keine Pandemietreiber. Verantwortlich für Infektionen bei Schülern seien insbesondere ungeordnete Zu­sammenkünfte außerhalb des Haushaltes und der Schule, heißt es in einer Untersuchung der Universi­­ten Rostock und Greifswald sowie dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) Mecklenburg-Vorpommern.

„Es gibt derzeit aus infektionsepidemiologischer Sicht keinen Grund für präventive oder reaktive Schul­schließungen in Mecklenburg-Vorpommern“, hieß es. Die Studie soll Anfang Februar im Ärzteblatt Meck­lenburg-Vorpommern veröffentlicht werden. Zunächst hatte die Schweriner Volkszeitung gestern berich­tet. Mecklenburg-Vorpommern hat seit Pandemiebeginn vergleichs­weise geringe Infektionszahlen.

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Die These der Untersuchung aus Mecklenburg-Vorpommern wird dadurch untermauert, dass es im zwei­ten Halbjahr mit 47 Lehrkräften und 162 Schülern eine hohe Zahl positiv getesteter Fälle an einzelnen Schu­len gegeben habe, gleich­zeitig aber nur sechs Ausbrüche mit mehr als zehn Infizierten.

In der zweiten Dezemberwoche alleine seien 14 Schüler und eine Lehrkraft mit SARS-CoV-2 infiziert ge­wesen, hieß es. Gleichzeitig hätten sich 2.828 Schüler und 323 Lehrkräfte in Quarantäne befunden. Die Autoren der Analyse kommen zu dem Schluss, dass bei effektiven Hygienekonzepten die Vorteile offener Schulen gegenüber den enormen Belastungen bei Kindern und Eltern überwiegen.

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD), die die Studie in Auftrag gegeben hat, sagte, dass das Infek­ti­onsgeschehen an den Schulen nicht Halt macht. Allerdings habe sich in den meisten Fällen die Ausbrei­tung des Virus innerhalb der Schule in Grenzen gehalten. Das Hygienekonzept an den Schulen habe bis­her gut gegriffen.

Sie betonte aber die aktuell sehr schwierige Entwicklung bei den Infektionszahlen. „Deswegen war es der richtige und notwendige Schritt, dass wir auch in den Schulen im Januar den Präsenzunterricht stark einschränken.“

Dazu stelle die in England aufgetretene Mutation des Virus auch in Deutschland eine Gefahr dar. An den gut 510 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in MV unterrichten 13.100 hauptberufliche Lehr­kräfte, die Gesamtschülerzahl liegt bei mehr als 153.000.

Bund und Länder hatten vereinbart, den Lockdown an Schulen und Kitas zunächst bis Ende Januar zu ver­längern. Für Abschlussklassen sind Ausnahmen möglich, das wird im Nordosten so gehandhabt. Hin­tergrund der Entscheidung von Bund und Ländern ist, dass alles daran gesetzt werden müsse, Kontakt­möglichkeiten zu reduzieren.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte die Maßnahmen als notwendig bezeichnet. Schu­len seien vielleicht keine Treiber der Pandemie, sie seien aber Teil des Infektionsgeschehens, sagte sie. Zum Thema gibt es zahlreiche Studien mit verschiedenen Ergebnissen. © dpa/aerzteblatt.de

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