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Medizin

Typ-2-Diabetes: Antikörper Bimagrumab senkt Fettmasse um 20 %

Mittwoch, 3. Februar 2021

/picture alliance, BURGER/PHANIE

Baton Rouge/Louisiana – Eine Behandlung mit dem monoklonalen Antikörper Bimagrumab, der das Muskelwachstum durch eine Blockade von Aktivin-Typ-2-Rezeptoren stimuliert, hat in einer Phase-2-Studie bei adipösen Patienten mit Typ-2-Diabetes das Körpergewicht durch eine deutliche Reduktion der Fettmassen gesenkt, was nach den jetzt in JAMA Network Open (2021; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.33457) veröffentlichten Ergebnissen auch den Glukosestoffwechsel verbessert hat.

Bimagrumab war ursprünglich zur Behandlung von Muskelerkrankungen mit Muskelschwund und Muskel­schwäche entwickelt worden, enttäuschte dann aber in einer Phase-3-Studie zur sporadischen Einschlusskörpermyositis. In den klinischen Studien fiel auf, dass der Antikörper nicht nur das Muskel­wachstum fördert, sondern in einem stärkeren Ausmaß auch das Fettgewebe abbaut. Dies hat zu einer Neuausrichtung der klinischen Entwicklung des bisher nicht zugelassenen Wirkstoffs geführt.

Der Hersteller ließ in einer randomisierten Studie an 75 Patienten mit Typ-2-Diabetes und einem Body-Mass-Index zwischen 28 und 40 prüfen, ob Bimagrumab die Diät der Patienten unterstützen kann. Die Patienten erhielten an 9 Zentren in den USA und in Großbritannien zusätzlich zu ihrer Diät- und Bewe­gungsberatung über 48 Wochen alle 4 Wochen eine intravenöse Infusion mit Bimagrumab oder Placebo. Der primäre Endpunkt war die Fettmasse der Patienten, die mit einer Dual-Röntgen-Absorptiometrie bestimmt wurde.

Hier kam es, wie Steven Heymsfield von der Louisiana State University in Baton Rouge und Mitarbeiter berichten, zu einem deutlichen Rückgang um 20,5 % oder 7,5 kg, während Diät- und Bewegungsbe­ratung allein die Fettmasse nur um 0,5 % oder 0,18 kg senkten. Dies ergibt eine Differenz von 7,31 kg, die bei einem 80-%-Konfidenzintervall von 6,14 bis 8,48 signifikant war.

Gleichzeitig nahm die Muskelmasse nach der Behandlung mit Bimagrumab um 3,6 % (1,70 kg) zu gegenüber einem Rückgang um 0,8 % (0,4 kg) in der Placebogruppe. Das Körpergewicht ging in der Bimagrumab-Gruppe um 6,5 % (5,9 kg) zurück, verglichen mit einem Gewichtsverlust von 0,8 % (0,8 kg) in der Placebogruppe.

Der Rückgang von Fettmasse und Körpergewicht wirkten sich zudem günstig auf den Blutzucker aus. Der Langzeitwert HbA1c wurde in der Bimagrumabgruppe um 0,76 Prozentpunkte gesenkt, gegenüber einer Abnahme um 0,04 Prozentpunkte in der Placebogruppe.

Die Behandlung wurde laut der Publikation gut vertragen. Einzige Komplikation war ein Anstieg der Pankreas- und Leberenzyme nach der ersten Infusion. Heymsfield führt sie auf die vermehrte Freisetzung von Triglyzeriden und Aminosäuren aus den Fettzellen zurück und hofft, dass eine wöchentliche subkutane Gabe das Problem vermeiden könnte. Zu einer Pankreatitis soll es in den klinischen Studien bisher nur bei 2 von mehr als 1.000 mit Bimagrumab behandelten Patienten gekommen sein. © rme/aerzteblatt.de

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