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COVID-19: Verzögerte Meldungen erschweren Pandemiemanagement

Donnerstag, 14. Januar 2021

/sdecoret, stock.adobe.com

Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) kritisiert die Melde­we­ge für COVID-19-Fälle und regt an, neben der Sieben-Tage-Inzidenz weitere Indikatoren als Grundlage für das Pandemiemanagement heranzuziehen. Ein zentrales Problem ist laut dem Zi, dass die Gesund­heits­ämter COVID-19-Fälle zum Teil nur verzögert an das Robert-Koch-Institut (RKI) melden können.

„Hierdurch wird die regionale Vergleichbarkeit der Daten verzerrt. Zudem kann die Aussagefähigkeit die­ser zentralen Kennzahl für bestimmte Kreise syste­matisch beein­trächtigt sein, wenn es um die im Infek­ti­onsschutzgesetz oder in Verordnungen festge­legten Grenzwerte für Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie geht“, hieß es aus dem Zi.

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Lasse sich der Meldeweg nicht zügig verkürzen, schlägt das Zi vor, die letzten Meldetage bei der Berech­nung der Sieben-Tage-Inzidenzen komplett auszuschließen. „Dies ist eine pragmatische Lösung, um kurz­­­fristig einen belastbareren Indikator zum Pandemiemanagement zu bekommen“, sagte der Zi-Vor­standsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Das Institut hinterfragt aber auch die Fokussierung auf die Sieben-Tage-Inzidenz als maßgebliche Kenn­zahl. Ein Problem sei zum Beispiel, dass sie stark von der verwendeten Teststrategie abhänge. Es ist laut dem Zi daher dringend notwendig, weitere zentrale Aspekte des Infektionsgeschehens in den Blick zu nehmen.

Dazu gehörten allen voran die Auslastung der Intensivstationen oder die Inzidenz in den Risiko­grup­pen, insbesondere der älteren Bevölkerung und Pflegebedürftiger im häuslichen Umfeld und in Hei­men. „Nur so werden wir ein wirklich effektives Pandemie-Management unterstützen können“, so der Zi-Vor­stands­vorsitzende. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #760232
penangexpag
am Freitag, 15. Januar 2021, 07:54

Andre B. am Freitag, 15. Januar 2021, 07:25

Wo haben Sie denn Ihren "Unsinns-Beitrag" von heute Morgen gelassen?
Er war doch sehr erhellend - wofür ? Nun, das dürfen Sie sich denken.
Avatar #745246
Andre B.
am Freitag, 15. Januar 2021, 07:25

@penangexpag - Trägheit ?

Trotz fast nun 2 1/2 Monaten Lockdown in all seinen fragwürdigen Ausprägungen, der sich jedoch bisher in keinster Weise auf die Anzahl der täglich erfassten "Neuinfizierten" oder auch die Todesrate unter den Älteren ausgewirkt hat, soll die Ursache dafür im Zeitverzug der Meldungen begründet sein? Ist dies denn wahrhaftig Ihr Ernst?
Avatar #760232
penangexpag
am Freitag, 15. Januar 2021, 06:47

Trägheit der Steuerung

Grundsätzlich sind die Überlegungen des ZI richtig - die Frage ist aber, ob die Beschaffung der von ZI genannten Parameter effizienter erfolgen würde als die Meldungen der Infektionszahlen. Was vor allem vielen politische Diskutanten aus dem Blick gerät ist die starke zeitliche Relaxation zwischen allen eingeleiteten Maßnahmen und den - angenommenen - Wirkungen auf das Pandemiegeschehen. Das ist auch der Kern der meisten diffusen Streitigkeiten. Dem kann man nur mit mathematischen Modellrechnungen beizukommen versuchen - und genau das ist ja auch schon im Sommer 2020 von Wissenschaftlern gesagt worden und wird nun auch verstärkt durchgeführt. Eine Tatsache, die die Kanzlerin - im Gegensatz zu vielen Anderen - erkannt und befolgt hat. Das RKI hat das kürzlich erneut deutlich gemacht (Wieler,Brockmann). Daß an dem zentralen Meldesystem für signifikante Parameter eines Pandemiegeschehens dringend gearbeitet werden muß - das sollte eine der wichtigsten Lehren der letzten Zeit sein.
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