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mRNA-Vakzinierung nicht ohne weiteres auf Multiple Sklerose übertragbar

Freitag, 15. Januar 2021

/studio v-zwoelf, stock.adobe.com

Münster – Das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) hat auf die Probleme hingewiesen, die sich bei dem Versuch ergeben, mittels einer mRNA-Vakzinierung vor Multipler Sklerose (MS) zu impfen.

Hintergrund ist, dass dieses Verfahren durch die Impfungen gegen SARS-CoV-2 sehr bekannt geworden ist und dass es zweitens gelungen ist, die Entstehung von experimenteller autoimmuner Enzephalo­mye­litis bei Mäusen durch einen entzündungshemmenden Impfstoff zu unterdrücken. Dieses Tiermodell stellt Aspekte der MS nach.

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„Diese Studie von Christina Krienke und Kollegen, unter der Studienleitung von Ugur Sahin, dem Mitbe­gründer von Biontech, weckt Hoffnungen bei MS-Betroffenen“, hieß es aus dem Kompetenznetz. Die Stu­die ist vor wenigen Tagen in Science erschienen (2021; DOI: 10.1126/science.aay3638).

„Allerdings: was in Mäusen mit experimenteller autoimmuner Enzephalo­myelitis als Impfstrategie funk­tioniert, ist als Strategie für eine Autoimmunerkrankung beim Menschen nicht so einfach zu übersetzen“, hieß es aus dem KKNMS.

Das Hauptproblem sei dabei, dass beim Menschen – im Gegensatz zum Tiermodell – die Zielantigene bei der MS nicht bekannt seien. „Über Jahrzehnte haben Wissenschaftler bereits versucht, die für MS re­levanten Antigene zu identifizieren, dies gelang jedoch nicht“, berichten die Wissenschaftler in der KKNMS-Stellungnahme.

In den 1990er- Jahren hätten antigenspezifische Therapieansätze bei der Übertragung aus Laborbeding­ungen auf den Menschen sogar teilweise unerwartet zu einer Verstärkung der Entzündung im Gehirn ge­führt, indem Immunantworten gegen das ZNS sogar befördert und nicht unterdrückt worden seien.

Die MS gelte heute als komplexe Störung immunregulatorischer Netzwerke. Bislang sei kein antigen­spe­zifischer Therapieansatz in der MS erfolgreich gewesen. Dies sei bei einer Infektion anders, da sich eine Impfung gegen Virusantigene richten könne.

„Die Strategie eine ‚Impfung gegen MS‘ zu entwickeln ist zwar charmant und wissenschaftlich ein hoch­wertvolles Ziel. Es fehlt aber beim Menschen nicht die richtige Labortechnik, sondern die Biologie der Entzündungsprozesse bei der MS ist ganz anders zu bewerten als bei einer Infektion“, hieß es aus dem KKNMS. © hil/aerzteblatt.de

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