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Ausland

Frankreich verhängt landesweite Ausgangssperre ab 18 Uhr

Freitag, 15. Januar 2021

/picture alliance, XinHua, Serge Haouzi

Paris – Aus Sorge um eine Ausbreitung der britischen Mutation von SARS-CoV-2 verschärft Frankreich seine Coronamaßnahmen. Ab morgen gilt eine landesweite Ausgangssperre ab 18 Uhr, wie Premiermi­nis­ter Jean Castex gestern Abend Paris mitteilte. Auch alle Geschäfte müssen um diese Uhrzeit schließen. Zudem sollen die Kontrollen für Einreisende verschärft werden.

Castex sagte, Frankreich werde „alles tun“, um die Ausbreitung der britischen Variante B.1.1.7 zu verhin­dern. Die verschärfte Ausgangssperre gilt nach seinen Worten vorerst für zwei Wochen. Im Fall einer Ver­schlechterung der Lage schloss er auch einen neuen Lockdown wie zuletzt im November nicht aus.

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Bisher gilt die Sperrstunde ab 18 Uhr bereits in 25 Verwaltungsbezirken im Osten Frankreichs, auch im Grenzgebiet zu Deutschland. Im Rest des Landes gilt seit Mitte Dezember eine Ausgangssperre ab 20 Uhr.

Zudem setzt Frankreich auf schärfere Tests für Einreisende aus Nicht-EU-Staaten: Sie müssen ab dem kommenden Montag zur Einreise einen negativen PCR-Test vorlegen und sollen zudem in Frankreich eine Woche lang vorsorglich in Quarantäne gehen. Danach soll ein zweiter PCR-Test fällig werden. Einen negativen Test zur Einreise verlangt Frankreich bisher bereits von Bürgern Großbritanniens.

Die französischen Schulen sollen nach Möglichkeit offen bleiben. Dafür hat Ge­sund­heits­mi­nis­ter Olivier Véran groß angelegte Testreihen angekündigt. Nach seinen Worten sollen sich monatlich bis zu eine Million Schüler ab sechs Jahren sowie ihre Lehrer Coronatests unterziehen. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer sprach nun sogar von „300.000 Tests pro Woche“.

Auch die Hochschulen sollen in Frankreich Schritt für Schritt wieder auf Präsenzunterricht umstellen. Ab dem 25. Januar sollen zunächst Studierende im ersten Jahr wieder an die Unis gehen können, allerdings vorerst nur jeder zweite Studierende.

Zuletzt wurden in Frankreich fast 24.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Das ist fast fünf Mal so viel wie der Höchstwert von 5.000, den Präsident Emmanuel Macron Ende Oktober als Ziel aus­ge­geben hatte. Nach ersten Untersuchungen wurde bei rund einem Prozent der Getesteten die britische Mutation nachgewiesen, die als deutlich ansteckender gilt.

Die Regierung will zudem den Rückstand bei den Impfungen beseitigen, wie Castex bekräftigte. Bisher wurde erst rund 250.000 Menschen in Frankreich eine erste Dosis verabreicht – in Deutschland wurden bereits mehr als 840.000 Menschen geimpft. Ab Montag sollen sich alle Bürger über 75 Jahren in Frank­reich impfen lassen können.

Der Vorsitzende des wissenschaftlichen Coronabeirats der französischen Regierung, Jean-François Del­fraissy hatte von einem „Wettlauf gegen die Zeit“ gesprochen. In Frankreich wurden bisher rund 69.000 Coronatodesfälle gezählt. © afp/aerzteblatt.de

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