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KBV-Vorstand wehrt sich gegen Honoraräußerungen der Krankenkassen

Freitag, 15. Januar 2021

/picture alliance, Franziska Gabbert

Berlin – Die Aussage des GKV-Spitzenverbandes, Praxen hätten während der ersten Phase der Corona­pandemie ein Honorarplus von mehreren Prozent gemacht, hat für Wirbel bei der Kassenärztlichen Bun­desvereinigung (KBV) gesorgt.

„Ich weiß nicht, wie man zu solchen Rechenergebnissen kommen kann“, kommentierte KBV-Vorstands­vorsitzender Andreas Gassen. Die Situation der niedergelassenen Kollegen vor Ort würde vollkommen verkannt.

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„Sie mussten gemeinsam mit ihren Teams die Organisation ihrer Praxen umstellen, um die steigende Zahl der am Coronavirus erkrankten Patienten zu versorgen. Während Einnahmen wegbrachen, stiegen aber gleichzeitig die Kosten weiter“, so Gassen.

Ihm zufolge fallen die Krankenkassen fallen in ihre alten Verhaltensmuster zurück und stellen Kosten­ein­sparungen über die medizinische Versorgung. „Zu Beginn der Pandemie haben wir die Krankenkassen als lösungsorientierte Partner der gemeinsamen Selbstverwaltung erlebt“, sagte Stephan Hofmeister, stell­vertretender KBV-Vorstandsvorsitzender.

Nun gebärde sich deren Spitzenverband wieder als Sparkasse. Solange die Coronamaßnahmen bestehen, müsse der Schutzschirm mindestens gelten. „Sonst erreichen wir bald einen Punkt, an dem Praxen zuma­chen müssen“, so der Vorstand.

Der GKV-Spitzenverband hatte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gesagt, die Verträgsärzte seien in der Krise gut honoriert worden. Während die Vergütung der Praxen im zweiten Quartal 2019 noch bei 10,2 Milliarden Euro gelegen habe, seien es diesmal 10,6 Milliarden Euro gewesen. Eine Kombination aus Honorarerhöhungen und Coronaschutzschirm habe zu einem Honorarplus von 4,2 Prozent geführt.

Die Freie Allianz der Länder-KVen (FALK), ein Zusammenschluss von acht Kassenärztlichen Vereinigun­gen, mahnte heute eine Verlängerung des finanziellen Schutzschirms für Vertragsärzte an, der im Jahr 2020 gegolten habe.

Die Politik sei gefragt, rasche und verbindliche Entscheidungen zu treffen. Sie riefen die KBV dazu auf, die Probleme gegenüber der Politik und in der Öffentlichkeit nachdrücklich zu vertreten.

Die FALK-KVen riefen auch dazu auf, alle Vertragsärte, die an vorderster Front gegen Corona aktiv seien, unverzüglich gegen Corona zu impfen. © hil/sb/may/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Sonntag, 17. Januar 2021, 16:12

Insuffizienz ärztlicher Organisationen - das erklärt alles.

Der GKV-Spitzenverband hat sicherlich nichts behauptet, was er nicht belegen kann. Also sind die Ausgaben der GKV gestiegen.
Wenn Gassen beklagt, dass bei den Ärzten weniger ankam ohne qualifzierte Angaben, ist er unglaubwürdig. Oder gibt es jemanden, der die Diskrepanz erklären kann?

Der Orientierungspunktwert ist um 1,25% gestiegen - damit sind die Mehrausgaben der GKV sicherlich nicht zu erklären. Daher möge die KBV doch mal die Hosen runterlassen und offenlegen, WELCHE Posten angestiegen sind? Sind es vielleicht Sachkosten? Sind es Kosten für die TSS, die zur Corona-Terminvereinbarungshotline, auf Kosten der Ärzte, mutiert ist? Sind es Ausgaben für die Umsetzung der TSVG-Vorgaben?

Wenn die KBV glaubt, dass "bei den Ärzten", also in der Versorgung, nichts ankam - dann bitte Belege. Wenn ich lese, wie die Verwaltungsausgaben von KVen explodiert sind, könnte da eine Erklärung für die gefühlte Wahrnehmung bei den Ärzten liegen. Die GKV hat Recht, die Ausgaben der Kassen steigen. Die KVB hat Recht, weil bei den Ärzten diese Mehrausgaben nicht angekommen sind.

Wie ist die Differenz zu erklären?
Wären die gestiegenen Verwaltungsausgaben (Landarztprorgramme, Zuschläge für Studienplätze, Ausgaben für TSS, Organisation und Betrieb von Impfzentren, ......) die Erklärung für die fehlenden Beträge, wären die KVen gut beraten, zu schweigen.

Bei Otto Normalarzt kommt sicherlich viel zu wenig an. Er hätte ausreichend viele (finanzielle und andere) Gründe, den Kassen gegen das Schienbein zu treten.
Avatar #550935
Arco
am Freitag, 15. Januar 2021, 18:45

Widerstand...

betreiben gute Ärzte schon seit Jahren. Nachdem Ulla Schmidt SPD zynisch ankündigte, das "Geld folge der Leistung" und nach Jahren auch die naivsten Ärzte erkennen mußten, dass sie von sozialdemokratischen Politikern aller Parteien nur hingehalten werden, haben gut ausgebildete Ärzte mit dem Widerstand begonnen.
Heute und in Zukunft folgt die Leistung dem Geld. Und keiner kann daran etwas ändern.
Wir haben einen immer größeren Ärztemangel und immer mehr Selbstzahler, die für gute Medizin von engagierten Ärzten zahlen wollen. Wer braucht in Zukunft da noch die KV oder die Kassen ?
Avatar #93860
vosue
am Freitag, 15. Januar 2021, 18:06

Es wird Zeit für organisierten Widerstand

Das ist eine Unverschämtheit: Beispiel unsere Praxis ca15000.-€ für Hygienemaßnahmen, jede MFA hat 1000.-€ Coronaprämie bekommen - und zu guter letzt von unverantwortlicher Patientin bei Endoskopie mit Covid angesteckt worden - 4 Wochen krank und danach noch atemnötig und platt weiterarbeiten, damit die inzwischen schimpfenden Patienten befriedigt werden. Weniger Respekt geht nicht - vielleicht mal organisierte Arbeitsniederlegung für 4 Wochen bundesweit
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