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Medizin

SARS-CoV-2: Neue brasilianische Variante könnte erneuten Anstieg der Erkrankungen in Manaus erklären

Montag, 18. Januar 2021

/J BOY, stock.adobe.com

São Paulo – Der starke Anstieg von COVID-19 in der Amazonasmetropole Manaus könnte auf eine neue Variante von SARS-CoV-2 zurückzuführen sein. Ein Forscherteam aus England und Brasilien hat den Stamm P.1 bei fast der Hälfte der allerdings seltenen Genomanalysen gefunden. Nach einer Vorveröf­fentlichung auf dem Portal virological.org weicht P.1 deutlich von den bisher in Brasilien verbreiteten Viren ab.

Die 2-Millionenstadt Manaus durchlebt derzeit einen erneuten starken Anstieg von COVID-19-Erkran­kungen. Im April letzten Jahres war es zu einer ersten Erkrankungswelle gekommen, die mehrere Monate anhielt. Damals hatten sich weite Teile der Bevölkerung infiziert. Ein Team um Ester Sabino vom Tropen­institut der Universität in São Paulo hatte kürzlich in Science (2021; DOI: 10.1126/science.abe9728) berichtet, dass bis Oktober 2020 etwa 76 % der Bevölkerung Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut hatten. Damit näherte sich die Stadt einer Herdenimmunität, die einen neuen Ausbruch eigentlich verhindern sollte.

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Dennoch kam es ab Dezember zu einem erneuten raschen Anstieg der Erkrankungszahlen, bis im Januar das Gesundheitswesen erneut kollabierte. Das Team um Ester Sabino hat jetzt eine mögliche Ursache gefunden. Die Forscher konnten das Erbgut von SARS-CoV-2 in 31 Isolaten komplett sequenzieren. In 13 Isolaten (42 %) fanden sie deutliche Abweichungen zu dem in Brasilien dominierenden Stamm B.1.1.28.

Die Virusvariante P.1 zeigte gleich in 17 Aminosäuren Unterschiede, darunter war auch die Mutation N501Y, die bei der britischen Variante B.1.1.7 und der südafrikanischen Variante B.1.351 die Infektiosität stark erhöht hat. Hinzu kamen mit E484K und K417T 2 weitere biologisch relevante Mutationen.

Die E484K-Mutation betrifft wie N501Y die Rezeptorbindungsstelle des Spikeproteins. Sie könnte sich damit auf die Infektiosität des Virus auswirken. Im schlimmsten Fall könnte es zu einem „Immunescape“ kommen, bei dem sich das Virus dem Zugriff der Antikörper entziehen würde, die die Mehrheit der Bevölkerung nach der ersten Erkrankungswelle gebildet hat. Eine Bestätigung hierfür fehlt jedoch.

Erste Fälle einer Infektion mit der Variante P.1 sollen bereits in Japan aufgetreten sein. Die dortige Presse berichtete von 4 Passagieren, die bei ihrer Ankunft am Flughafen in Tokio positiv getestet wurden. © rme/aerzteblatt.de

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