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Besserer Schutz der europäischen Bevölkerung vor SARS-CoV-2-Mutanten gefordert

Dienstag, 19. Januar 2021

/Sasa Kadrijevic, stock.adobe.com

Brüssel – Der gesundheitspolitische Sprecher der EVP im Europäischen Parlament, Peter Liese, fordert bessere und systematischere Kontrollen bei allen Einreisen aus dem Vereinigten Königreich auf den europäischen Kontinent. Nur so könne die europäische Bevölkerung vor einer starken Verbreitung der neuen Coronavirusmutante B.1.1.7. geschützt werden, betonte er heute bei einem Pressegespräch.

„Ich finde es unerträglich, dass (…) wir sogar darüber diskutieren, ob ein LKW-Fahrer sein Käse-Schin­ken-Sandwich mit in die EU bringen kann, dass die Mitgliedstaaten aber keinen systematischen Ansatz zur Vermeidung von Coronainfektionen durch Rückkehrer aus Großbritannien haben“, kritisierte er.

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Während es im Dezember nach dem ersten Auftreten der neuen Virusmutation in Großbritannien „fast zu einer Überreaktion“ gekommen sei, werde die Bevölkerung in Europa „jetzt nicht gut genug geschützt“. Die Virusmutante wurde mittlerweile auch in Deutschland und anderen EU-Staaten nachgewiesen, die Anteile an der gesamten Viruspopulation sind aber noch deutlich niedriger.

Die zur Testung von Einreisenden verwendeten Antigenschnelltests seien zu diesem Zweck nicht geeig­net, da die Aussage des Schnelltests eigentlich nur für 24 Stunden sicher sei. Werde jemand kurz nach der Durchführung des Tests infektiös, könne er trotz negativem Schnelltest bei Einreise drei oder vier Tage später seine Familie und Kollegen anstecken.

Die aktuelle Situation in Großbritannien und Irland bezeichnete Liese als „besorgniserregend“. Denn dort sei durch die neuartige Mutation ein deutlicher Anstieg der Infektionszahlen zu verzeichnen.

Als Konsequenz aus der jetzigen Situation sprach sich der Arzt und EU-Parlamentarier deshalb für stär­kere und systematische Kontrollen von Reisenden aus Großbritannien und Irland in alle EU-Länder aus.

„Alle Einreisenden sollten nicht nur einen Schnelltest, sondern einen PCR-Test erhalten und solange in Quarantäne bleiben, bis sie eindeutig negativ sind. Ausnahmen darf es nur für Transporte lebenswich­tiger Güter und für Menschen geben, deren Leistung absolut systemrelevant ist, wie zum Beispiel Ärzte und Krankenschwestern“, betonte er.

Wirksamere Maßnahmen zur Verringerung von Risikokontakten nötig

Darüber hinaus müsse in Deutschland und allen anderen EU-Ländern dringend noch wirksamere Maß­nahmen zur Vermeidung von Risikokontakten ergriffen werden. Er sprach dabei speziell die Nutzung von Homeoffice an, aber auch strenge Maskenpflichten im Beruf. Das Ziel sollte sein, den öffentlichen Perso­nennahverker zu maximal 25 Prozent zu belegen und bei ausreichender Versorgung auch die Nutzung von FFP2-Masken beim Einkaufen und im ÖPNV zur Pflicht zu machen.

Eine weitere Maßnahme zur Verringerung von Übertragungen in privaten Haushalten könnte Liese zu­folge sein, dass im Fall von Infektion oder Risikokontakt eine Unterbringung in einem Hotel ange­boten werde.

Liese schlug außerdem vor, die Regelungen in Deutschland und allen anderen EU-Ländern so anzu­pas­sen, dass die Menschen den maximalen Anreiz haben, dringend notwendige oder aus ihrer Sicht unver­zichtbar gehaltene private Treffen im Freien statt in den eigenen vier Wänden durchzuführen.

„Das heißt die Regeln für die Wohnung zu Hause sollten durchaus noch mal verschärft werden, aber wir müssen sehr großzügig den Menschen erlauben, mit Freunden oder Verwandten auf der Terrasse ein Heißgetränk zu sich zu nehmen oder im Park spazieren zu gehen.“

Und schließlich gelte es aus dem Beispiel Irland zu lernen: „Auch wenn die Zahlen runtergehen darf man keinesfalls zu früh öffnen, um eine Entwicklung wie in Irland zu vermeiden“, so der CDU-Europa­abgeord­nete und Arzt.

Liese: „Im März oder April haben wir das Schlimmste überstanden“

Trotz der alarmierenden Erkenntnisse aus Großbritannien und Irland geht Liese allerdings nach wie vor davon aus, dass die schlimmsten Auswirkungen der Pandemie in zwei bis drei Monaten überstanden sein könnten. „Wenn wir uns jetzt klug verhalten, haben wir im März oder April das Schlimmste überstanden“.

Liese begründete seine Auffassung damit, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wirk­ten. Und zwar auch gegen die neuartige Mutation. Dies zeige der erneute Rückgang der Zahlen in Irland und auch der leichte Rückgang der Zahlen in Deutschland. Zudem sei davon auszugehen, dass die Impf­stoffversorgung bis März oder April deutlich besser werde.

„Wenn die Hochrisikopersonen und das medizinische Personal geimpft sind, wird die Pandemie den größten Teil ihres Schreckens verlieren“, sagte er, da dann eine Überlastung des Gesundheitswesens nicht mehr zu befürchten sein. Die Ziele der Europäischen Kommission für diesen Bereich beurteilte er dahingehend als realistisch. © nec/aerzteblatt.de

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