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Ausland

Impfkampagnen: Brüssel gibt Mitgliedstaaten ehrgeizige Ziele vor

Dienstag, 19. Januar 2021

/picture alliance, Rolf Vennenbernd

Brüssel – Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten ehrgeizige Ziele für ihre Coronaimpfkampagnen gesetzt. Bis März sollten mindestens 80 Prozent des Pflegepersonals und der Menschen über 80 Jahren geimpft sein, sagte Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas heute in Brüssel.

Außer­dem sollten möglichst bis zum Ende des Sommers mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in allen Mitgliedstaaten geimpft sein. Dafür „müssen wir die Versorgung mit Impfstoffen aufstocken“, sagte Schi­nas weiter. Die EU arbeite mit den Herstellern zusammen, um die Produktionskapazitäten zu maximie­ren.

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„Diese Ziele sind erreichbar“, versicherte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Mit den beiden be­reits in der EU zugelassenen Mitteln und zwei weiteren Impfstoffkandidaten, die bald genehmigt werden könnten, stehe genug Impfstoff bereit.

Die Impfkampagnen in Europa waren kurz nach Weihnachten nach der Zulassung des Mittels von Bion­tech und Pfizer angelaufen – wegen Lieferengpässen und logistischer Schwierigkeiten zunächst aller­dings nur schleppend. Vergangene Woche sorgten von den beiden Unternehmen angekündigte Liefer­ausfälle für Europa zusätzlich für Aufsehen.

Anfang Januar war als zweiter Coronaimpfstoff das Vakzin des US-Konzerns Moderna zugelassen worden und wird nun ebenfalls verabreicht. Das Mittel des schwedisch-britischen Unternehmens Astrazeneca könnte Ende Januar folgen und US-Konzern Johnson & Johnson im Februar eine Zulassung beantragen.

In Deutschland haben bislang unter zwei Prozent der Bevölkerung die erste von zwei Impfstoffdosen er­halten, die für einen vollständigen Schutz nötig sind. Zahlreiche Mitgliedstaaten liegen deutlich dahin­ter.

Bei der Frage nach einheitlichen Impfzertifikaten als Voraussetzung für Reisen zeigte sich die Gesund­heits­kommissarin zurückhaltend. Die Kommission arbeite zwar mit den Mitgliedstaaten an einem ge­meinsamen Ansatz, sagte Kyriakides.

Dabei gehe es aber zunächst um „die richtige medizinische Nachsorge sowie die Überwachung mögli­cher unerwünschter Wirkungen“. „Eine Verwendung von Impfzertifikaten für andere Zwecke als den Ge­sundheitsschutz“ sei zwar denkbar, aber noch „verfrüht“.

Angesichts des Aufkommens mutierter Varianten des Coronavirus SARSCoV-2 forderte Kyriakides zudem, dass die Mitgliedstaaten „in den kommenden Wochen ihre Teststrategien aktualisieren“.

Fünf oder besser zehn Prozent aller positiven Coronatests sollten gentechnisch untersucht werden, um die Verbreitung neuer Virusvarianten im Blick zu haben. Nach Kommissionsangaben liegt diese Rate in vielen Mitgliedstaaten derzeit bei unter einem Prozent.

Eine aus Großbritannien stammende und offenbar deutlich ansteckendere Virus-Variante war zuletzt auch vielerorts in der EU nachgewiesen worden. Eine weitere, ebenfalls als sehr ansteckend geltende Mutation grassiert außerdem in Südafrika. © dpa/aerzteblatt.de

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