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Medizin

Subarachnoidal­blutung: Mendelsche Randomisierung bestätigt Rauchen als wichtigen Risikofaktor

Donnerstag, 11. Februar 2021

/Qualia studio, stockadobecom

New Haven/Connecticut – Langjährige Raucher haben ein dreifach erhöhtes Risiko, eine Subarach­noidalblutung zu erleiden. Dies kam in einer Analyse der UK Biobank in Stroke (2021: DOI: 10.1161/STROKEAHA.120.031622) heraus, in der eine Mendelsche Randomisierung den kausalen Zusammenhang bestätigte.

Die UK Biobank hat seit 2006 das Erbgut von etwa einer halben Million Briten im Alter von 40 bis 69 Jahren untersucht. Dabei wurde unter anderem entdeckt, dass 126 Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP) die Entscheidung eines Menschen beeinflussen, mit dem Rauchen zu beginnen. Ein Team um Guido Falcone von der Yale School of Medicine in New Haven/Connecticut hat sich diese Erkenntnis zunutze gemacht, um den Einfluss des Rauchens auf die Entwicklung einer Subarachnoidalblutung zu untersuchen.

Die Forscher untersuchten, ob Personen mit der genetischen Anfälligkeit für das Rauchen häufiger an einer Subarachnoidalblutung erkranken. Diese stellvertretende Analyse vermeidet die Unsicherheiten, die sich normalerweise bei Beobachtungsstudien ergeben. Dort lässt sich niemals ausschließen, dass andere Verhaltensweisen das Risiko erklären, beim Rauchen beispielsweise eine ungesunde Lebensweise mit anderen Noxen, die die Blutgefäße schädigen.

Ein weiterer Vorteil der UK Biobank ist die große Teilnehmerzahl. Sie ermöglicht es, Risikofaktoren auch für seltene Erkrankungen zu ermitteln, zu denen die (nicht traumatische) Subarachnoidalblutung gehört. Bisher haben nämlich nur 904 Teilnehmer (0,22 %) eine Subarachnoidalblutung erlitten.

Darunter befanden sich überproportional viele langjährige Raucher. Eine herkömmliche Analyse ergab, dass 0 bis 20 Packungsjahre (also 1 Packung am Tag über 20 Jahre oder 2 Packungen über 10 Jahre) das Risiko auf eine Subarachnoidalblutung um 27 % erhöhen. Bei 20 bis 40 Packungsjahren verdoppelt sich das Risiko und für über 40 Packungsjahre ermittelte Falcone ein 2,5-fach erhöhtes Risiko.

Die Mendelsche Randomisierung bestätigte die Zahlen. Menschen mit einer genetischen Veranlagung zum Rauchen erkrankten zu 63 % häufiger an einer Subarachnoidalblutung. Raucherinnen hatten in dieser Analyse ein 2-fach erhöhtes Risiko, bei Rauchern war nur ein nicht signifikanter Anstieg um 14 % nachweisbar. Eine arterielle Hypertonie war ebenfalls mit einem 2-fach erhöhten Risiko verbunden.

Die Ergebnisse sind biologisch plausibel. Einer nicht traumatischen Subarachnoidalblutung liegt in der Regel die Ruptur eines Hirnaneurysmas, sprich einer Gefäßerweiterung im Gehirn zugrunde. Da Rauchen die Gefäßwände schwächt, es ist ein anerkannter Risikofaktor für die Atherosklerose, könnte es in den zumeist angeborenen Fehlbildungen leichter zu Wandschwächen kommen. Ein erhöhter Blutdruck könnte dann die Ruptur verursachen.

Die genetische Verbindung legt übrigens nahe, bei Menschen mit einer genetischen Prädisposition eher nach Hirnaneurysmen zu suchen und diese vorsorglich zu behandeln. Ob dies klinisch sinnvoll ist, lässt sich aufgrund der Studienergebnisse allerdings nicht entscheiden. © rme/aerzteblatt.de

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