szmtag Britische Ärzte für Priorisierung von Minderheiten bei Coronaimpfungen
NewsAuslandBritische Ärzte für Priorisierung von Minderheiten bei Coronaimpfungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Britische Ärzte für Priorisierung von Minderheiten bei Coronaimpfungen

Mittwoch, 20. Januar 2021

/Mongkolchon, stock.adobe.com

London – Britische Ärzte haben sich für eine Berücksichtigung ethnischer Minderheiten bei der Corona­impfreihenfolge ausgesprochen.

„Wir sind besorgt, weil Berichte zeigen, dass Menschen aus den schwarzen und asiatisch geprägten Com­munities nicht nur mit größerer Wahrscheinlichkeit schwer von dem Virus betroffen sind, sondern auch weniger wahrscheinlich eine Coronaimpfung in Anspruch nehmen“, sagte der Vorsitzende des Hausärzte­verbands Royal College of General Practitioners, Martin Marshall, dem Guardian gestern.

Anzeige

Marshall forderte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium auf, Angehörige ethnischer Minderheiten bei der Impfrei­henfolge zu berücksichtigen. Außerdem hätten Hausärzte das Recht, auf Besonderheiten ihrer lokalen Gemeinden zu achten und so gegebenenfalls zu priorisieren, erklärte Marshall.

Er sowie mehrere andere Mediziner und Berater sprachen sich außerdem für eine auf die Zielgruppe zu­geschnittene Aufklärungskampagne aus. „Wir müssen unseren Gemeinden klar machen, dass die Impf­stoffe kein Fleisch oder kein Alkohol enthalten und dass sich Religionsvertreter dafür ausgesprochen haben“, sagte Habib Naqvi vom staatlichen Gesundheitsdienst NHS.

Untersuchungen zeigten, dass ethnische Minderheiten fast doppelt so gefährdet waren, an COVID-19 zu sterben, wie der Rest der Bevölkerung. Die Todesquote lag in der ersten Welle der Pandemie der briti­schen Statistikbehörde zufolge unter männlichen 9- bis 64-jährigen schwarzen Afrikanern und Bangla­deschern fünfmal so hoch wie unter Weißen.

Unterdessen hat Großbritannien einen neuen Höchststand an Coronatoten verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden wurden in dem Land 1.610 Todesfälle gemeldet, wie die Gesundheitsbehörde Public Health Eng­land gestern mitteilte. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der Coronavirus-Pandemie im vergange­nen Frühjahr.

Die Anzahl der Neuinfektionen lag mit 33.355 Fällen niedriger als in den vergangenen Tagen. Ein Zei­chen dafür, dass die Lockdown-Maßnahmen langsam greifen. Doch ähnlich wie bei den Todesfällen zeigt die Tendenz bei der Zahl der Krankenhauseinweisungen weiterhin nach oben.

Knapp 4.000 Fälle wurden zuletzt innerhalb von 24 Stunden gemeldet – die Zahl hinkt den Todesfällen und Infektionen jedoch immer etwas hinterher. Sie stammt vom Freitag vergangener Woche. Die Kran­kenhäuser sind insbesondere in England unter enormem Druck.

Insgesamt gab es im Vereinigten Königreich bisher mehr als 94.000 Sterbefälle, bei denen COVID-19 auf dem Totenschein erwähnt wurde. Doch auch diese Zahlen sind nicht ganz aktuell. Berechnungen zeigen, dass wahrscheinlich bereits mehr als 108.000 Menschen an den Folgen einer Coronainfektion gestorben sind. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER