szmtag Viel Lob für die Förderung der Krankenhaus-IT durch Bund und Länder
NewsPolitikViel Lob für die Förderung der Krankenhaus-IT durch Bund und Länder
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Viel Lob für die Förderung der Krankenhaus-IT durch Bund und Länder

Mittwoch, 20. Januar 2021

/sudok1, stockadobecom

Berlin – Vertreter von Krankenhäusern und Industrie haben das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) gelobt, mit dem der Bund mit Unterstützung der Bundesländer den Ausbau digitaler Prozesse in den deutschen Krankenhäusern mit 4,3 Milliarden Euro fördert. Sebastian Zilch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg), bezeichnete das Gesetz heute beim virtuellen Kongress des Bundesverbands Managed Care (BMC) als „ganz großen Wurf“ – auch, wenn es nicht die Antworten auf alle Fragen zur Digitalisierung der Krankenhäuser liefere.

Mit dem KHZG wurde beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) ein Fonds eingerichtet, als dem die Fördergelder an die Krankenhausträger fließen. Seit dem 2. September 2020 können die Träger Förderbedarf bei den Bundesländern anmelden. Gefördert werden zum Beispiel digitale Patientenportale, eine elektronische Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen oder Maßnahmen zur IT-Sicherheit. Zum 30. Juni 2021 und zum 30. Juni 2023 ist jeweils eine Evaluierung des Stands der Digitalisierung in den Krankenhäusern vorgesehen. Wer die digitalen Prozesse bis 2025 nicht eingerichtet hat, muss Abschläge zahlen. In Förderrichtlinien hat das BAS konkretisiert, welche digitalen Prozesse die Krankenhäuser umsetzen sollen.

Anzeige

„Die Fördertatbestände sind detailliert aufgezeigt“, sagte Zilch. „Viele der Anforderungen gibt es auf dem deutschen Markt so noch nicht.“ Durch die Fördertatbestände werde das Entwicklungspotenzial aufgezeigt und Impulse für den Wandel gegeben. „Das ist eine beeindruckende gesetzgeberische Mechanik“, meinte Zilch. Er sprach sich dafür aus, künftig auch die Pflege und die ambulante Versorgung mit in den Prozess der digitalen Umwandlung einzubinden.

„Wir müssen aufhören, die Situation schönzureden“

Auch der Leiter der Stabsstelle „Digitale Transformation“ an der Charité, Peter Gocke, lobte das Gesetz. „Die Fördermaßnahmen sind sinnvoll“, sagte er. Die angestrebten Ziele seien eindeutig festgelegt worden.

„Derzeit sind wir in Deutschland noch weit davon entfernt, die Systeme, die mit dem KHZG vorgeschrieben werden, flächendeckend vorzuhalten“, sagte Gocke. „Von einem strukturierten Datenaustausch zwischen den Leistungserbringern oder von einer digitalen Eigenanamnese durch den Patienten sind wir hier noch weit entfernt. Da müssen wir auch aufhören, die Situation schönzureden. Der Handlungsbedarf ist tatsächlich groß.“

„Am Geld soll es jetzt nicht mehr scheitern“

Ein Grund für den digitalen Stau an deutschen Krankenhäusern sei, dass die Kosten für die Digitalisierung nicht im DRG-System abgebildet seien. „Das Problem der Kosten wird mit dem KHZG zum Teil gelöst“, sagte Gocke. „Am Geld soll es jetzt nicht mehr scheitern.“ Die Charité erhalte aus dem Krankenhauszukunftsfonds zum Beispiel 21,5 Millionen Euro.

Gocke lobte, dass der Fokus der Förderung auf einer echten Prozessunterstützung liege und nicht auf der Anschaffung von Geräten. Wesentlich sei zudem die Pflicht zu Standards und einer Interoperabilität. Darüber hinaus sei es ein gutes Prinzip, dass das Gesetz fördere, aber auch fordere und dass Krankenhäuser sanktioniert würden, die ihre digitalen Prozesse jetzt nicht verbesserten.

Viele Krankenhäuser haben noch keine Digitalstrategie

Stefan Drauschke, geschäftsführender Gesellschafter der Beratungsfirma GÖK Consulting, erklärte, dass es in Deutschland derzeit nur wenige Krankenhäuser gebe, die über eine Digitalstrategie verfügten. „Eine Digitalstrategie ist eine Substrategie zur Unternehmensstrategie“, erklärte er. „Man braucht also zuerst eine Unternehmensstrategie, von der man dann die Digitalstrategie ableitet.“ Und hier bestehe eine Menge Nachholbedarf.

„Die Digitalisierung muss den Patientennutzen einbeziehen, die Mitarbeiter einbinden, die Leistung und den Erlös steigern, die Effizienz steigern, die Kosten senken und auch neue Geschäftsmodelle eröffnen“, meinte Drauschke. „Das KHZG stellt nun einen strategischen Rahmen für die eigene Digitalstrategie dar.“ Wichtig sei es dabei, die eigenen Mitarbeiter mitzunehmen, von denen viele noch Vorbehalte gegen die Digitalisierung hätten.

„Die Mittel aus dem Fonds werden die Digitalisierung im Krankenhaus erheblich voranbringen“, meinte Drauschke. „Es ist aber jetzt schon absehbar, dass die Ressourcen der Dienstleister für IT und Integration in Kürze deutlich überlastet sein werden. Man muss also früh anfangen. Denn vom Gesetzgeber ist ja auch ein zeitlicher Rahmen vorgegeben, bis wann einige der digitalen Prozesse umgesetzt sein müssen.“ © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER